Andreas Wiele glaubt an Innovationen im Printmarkt

Donnerstag, 22. Januar 2009
Redet Tacheles: Andreas Wiele
Redet Tacheles: Andreas Wiele

Während sich zahlreiche Experten beim 1. Deutschen Medienkongress mit Prognosen für das Jahr 2009 zurückhielten, stellte Andreas Wiele, Vorstand Bild-Gruppe und Zeitschriften Axel Springer, fünf konkrete Thesen über die künftige Entwicklung des Printmarktes auf. 1. "2009 wird es ein bis zwei überraschende Printerfolge geben." Er ist überzeugt, dass Verlage trotz der Wirtschaftsflaute die Krise für Innovationen nutzen werden. Ob Axel Springer möglicherweise plant, neue Titel auf den Markt zu bringen, will er indes nicht verraten.

2. "2009 wird es keine Gratistitel geben." Da dieses Geschäftsmodell auf das wichtige Standbein der Vertriebserlöse komplett verzichtet, werde es vom Einbruch der Werbeeinnahmen als erstes hart getroffen, begründet Wiele das Statement. Sollte es entgegen seiner Prognose dennoch zum Start eines Gratis-Titels kommen, sieht er für sein Haus keine Gefahr: "Wir werden dagegen halten."

3. "Es wird keine Verlagspleiten geben." Obwohl der herbe Rückgang der Anzeigenerlöse viele Verlage hart trifft, werden laut Wiele alle Printhäuser die Krise überleben. Die Gattung Print sei "strukturkrisenfest", was beispielsweise die Einführung des Privatfernsehens in den 80er Jahren gezeigt habe. Deutschland sei "ein Land der Zeitungsleser".

Und so ist der Springer-Manager auf von seiner 4. These fest überzeugt: "2009 wird es keine einzige TV-Sendung geben, die einmal mehr Zuschauer hat als Deutschlands größte Zeitung."

Obwohl zahlreiche Branchen derzeit ihre Werbebudgets massiv kürzen, glaubt Wiele an neue Einnahmequellen für Zeitungen und Zeitschriften. So sagt er in seiner 5. These, dass "im Jahr 2009 Hersteller von Fast Moving Consumer Goods Print als Werbemedium für sich entdecken werden". bn
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