Andersen Consulting: Deutsche Unternehmen noch zögerlich beim E-Commerce

Freitag, 10. September 1999

Das europäische E-Commerce-Klima hat sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Zu dieser Kernaussage kommt die Studie "E-Europe Takes Off" der Management- und Technologieberater Andersen Consulting. Mittlerweile setzt danach bereits jedes dritte Unternehmen für Beschaffung, Logistik, Finanzen und sogar Produktentwicklung auf den elektronischen Austausch von Waren und Werten. Im europäischen Vergleich haben deutsche Unternehmen jedoch eine zögerliche und distanzierte Haltung eingenommen, obwohl Deutschland das Potential habe, zum größten Marktplatz für E-Commerce zu werden. Während 33 Prozent der Europäer in E-Commerce einen Wettbewerbsvorteil sehen, sind in Deutschland nur 20 Prozent davon überzeugt. Immer mehr Menschen erhielten durch die neuen Technologien den direkten Zugang zu den Weltmärkten und können mit dem Euro weltweit Preise vergleichen. Trotz allem fühlen sich nur sechs Prozent aller deutschen Unternehmen von der globalen Konkurrenz bedroht. Mit 40 Prozent schätzen die europäischen Nachbarn das Bedrohungspotential aus dem Cyberspace dagegen als viel höher ein. Neben den traditionellen Hindernissen wie Regulierung und Vorschriften sehen die europäischen Topmanager laut der Andersen-Studie noch Managementprobleme. 85 Prozent glauben, daß es innerhalb ihres Unternehmens keine ausreichenden Kenntnisse zur erfolgreichen Umsetzung von E-Commerce gibt. 83 Prozent der europäischen Geschäftsführer bemängelten zudem, daß es unternehmensintern nicht die entsprechende Unternehmenskultur gebe.
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