Amnesty International: Digitale Zeitenwende in der Geschichte der Menschenrechte

Freitag, 13. Mai 2011
Amnesty Deutschland setzt bei seiner Arbeit selbst auf Hightech
Amnesty Deutschland setzt bei seiner Arbeit selbst auf Hightech

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht in modernen Kommunikationskanälen immer wichtiger werdende Instrumente für die Durchsetzung von Gerechtigkeit und Humanität. Generalsekretär Salil Shetty erklärte im Vorwort zum Jahresbericht 2011, dass moderne Kommunikationstechnik auch den Kampf um die Menschenrechte voran gebracht habe. Die Umstürze in Tunesien und Ägypten Anfang des Jahres gingen als Facebook- beziehungsweise Twitter-Revolutionen in die Geschichte ein. Amnesty-Mann Shetty erwähnte insbesondere den Fall des tunesischen Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi: Die Nachricht von seiner Selbstverbrennung im Dezember 2010 verbreitete sich über Internet und Handy in Windeseile im ganzen Land. Twitter-Beiträge und Statusmeldungen mit dem Vermerk "Sidi Bouzid", der Heimtstadt Bouazizis, wirkten schließlich als Beschleuniger für die Revolution.

Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International
Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International
Die Ereignisse in Nordafrika veranlassen Shetty gar dazu, auf eine "digitale Zukunft für die Menschenrechte" zu hoffen. Neue Technologien könnten dabei helfen, "die Wahrheit ans Licht zu bringen, uns miteinander zu verbinden und über alle Grenzen hinweg Diskussionen zu führen, auf die keine staatliche Zensur mehr Zugriff hat."

Amnesty Deutschland setzt bei seiner Arbeit selbst auf Hightech: Im April veröffentlichte die Organisation eine von TBWA entwickelte iPad-App, die gegen Folter mobil machen soll. ire
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