Amazon richtet seine Markenstrategie stärker international aus

Mittwoch, 18. April 2001

Der Onlinehändler Amazon.com versucht erstmals, eine international einheitliche Markenstrategie auf die Beine zu stellen und diese in einer Kampagne zu kommunizieren. Dabei will Amazon vor allem Serviceleistungen in den Vordergrund stellen. "Denn Preiskommunikation ist für uns keine strategische Positionierung", meint Gesine Reimerdes, Marketingchefin bei Amazon.de. Welche Leadagentur die anstehende Kampagne konzipiert ist noch offen. Ein Pitch wurde noch nicht gestartet. In Deutschland zudem fleißig am Mediamix gefeilt. Der Anteil von Hörfunkspots am klassischen Marketingetat ist beispielsweise auf rund 80 Prozent aufgestockt worden. Insgesamt macht klassische Werbung bei einem niedrigen zweistelligen Millionenetat pro Jahr rund 70 Prozent, Onlinewerbung rund 30 Prozent aus.

Darüber hinaus strebt Amazon weltweit eine stärkere Vernetzung der Geschäftsprozesse an, nachdem bisher eher lokal agiert wurde. Die Maßnahmen sollen zusammen mit Massenentlassungen dazu beitragen, dass der unter Druck geratene Amazon-Chef Jeff Bezos im 4. Quartal den Break-even erreichen kann. Nachdem die Allianz mit den US-Buchhändler Borders.com bekannt geworden ist, sind die Gerüchte um eine schnelle Einigung mit dem Einzelhändler Wal-Mart zunächst verstummt. Reimerdes: "Eine wie in der Presse beschriebene Abhängigkeit von einer strategischen Allianz mit Wal-Mart entspricht nicht der Tatsache." Das Wachstumspotenzial durch neue Produktkategorien und dem Ausbau des internationalen geschäfts sei noch nicht ausgeschöpft. So wird beispielsweise in Deutschland das Sortiment um den Bereichen Telekommunikation und Hardware-Produkte (Consumer Electronics) erweitert. In den USA ist diese Rubrik bereits unter "Electronics" im Netz.

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