Amazon knickt im Preiskampf mit US-Verlag ein

Dienstag, 02. Februar 2010
Amazon fürchtet um seine Vormachtstellung bei E-Books
Amazon fürchtet um seine Vormachtstellung bei E-Books
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Kaum auf dem Markt mischt das iPad von Apple bereits den Markt für E-Books auf. Das Preissystem für E-Books von Apple setzt den Marktführer Amazon unter Druck. Das Online-Kaufhaus ist im Streit mit dem Verlag Macmillan bereits zurückgerudert und bietet die Bücher des Verlags ab sofort wieder an - zu den Preisen, die Macmillan fordert. Amazon hatte sich auf eine Machtprobe mit dem Verlag eingelassen und die Bücher von Macmillan zeitweise aus dem Sortiment verbannt, weil der Verlag den Preis von 9,99 US-Dollar pro Buch für zu niedrig hielt. Mit dem Rückzug droht Amazon nun die Preishoheit für E-Books an die Verlage zu verlieren. Bislang konnte das Online-Versandhaus die Preise für E-Books diktieren. "Content gewinnt", zitiert die "FTD" die Analystin Laura Martin von Soleil Securities. "Die Zeiten, in denen der Hardwarehersteller Amazon die Preise diktiert hat, sind vorbei."

Mit niedrigen Kaufpreisen will Amazon bislang den Absatz seines Lesegerätes Kindle ankurbeln. Doch mit dem iPad bekommt Amazon jetzt einen ernstzunehmenden Gegner. Apple hat bereits mit fünf Verlagen Verträge für den Vertrieb von E-Books über das iPad abgeschlossen - darunter auch Macmillan. Bei Apple können Verlage die Preise für ihre E-Books selbst bestimmen. Apple bekommt als Händler einen Anteil von 30 Prozent. Für Verlage offenbar das erfolgversprechendere Modell: "Amazon würde mehr Geld verdienen, und nicht weniger", glaubt Macmillan-Vostandschef John Sargent. "Kurzfristig würden die Verlage weniger Geld von Amazon bekommen, aber es geht um die langfristige Profitabilität unseres gemeinsamen Geschäfts."

Amazon hat indes bereits angekündigt, bei seiner Preisstrategie zu bleiben. "In letzter Konsequenz müssen wir kapitulieren", teilte Amazon seinen Kunden mit, "da Macmillan ein Monopol auf die eigenen Bücher hat und wir diese unseren Kunden weiterhin anbieten wollen, auch wenn wir den Preis für unangemessen hoch halten." Andere Verlage könnten sich nun mit "attraktiven Preisen" gegenüber Macmillan profilieren, so Amazon. dh
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