Alexander Schmidt-Vogel kehrt als Berater in die Media-Arena zurück

Mittwoch, 15. Februar 2012
Alexander Schmidt-Vogel will die Media Relations im Markt kurieren
Alexander Schmidt-Vogel will die Media Relations im Markt kurieren

Nach nicht einmal zwei Jahren der Abstinenz meldet sich Alexander Schmidt-Vogel mit seiner gleichnamigen Beratungsfirma für Media Relations in Berlin zurück. "Unabhängig und neutral" will der Erfinder von Mediacom handverlesene Werbekunden bei ihrer Arbeit mit den Mediaagenturen und insbesondere mit den Medien strategisch unterstützen. Der 62-Jährige ist davon überzeugt, dass seine Rückkehr in die Media-Arena zum richtigen Zeitpunkt kommt: "Sie erfolgt in einer der dramatischsten Situationen, welche die Branche je erfahren hat", konstatiert Schmidt-Vogel.

Für ihn sind vor allem die Audit-Firmen für die zunehmende Schieflage im Mediageschäft verantwortlich. Indem sie ihren Auftraggebern Jahr für Jahr niedrigere Preise proklamierten, hätten die Werbungtreibenden mit immer neuen Preis-Pitchrunden die Mediaagenturen und Medienanbieter "unter enormen Konditionsdruck gesetzt". Für Schmidt-Vogel resultiert daraus eine doppelt bedrohliche Dynamik, denn die Mediaagenturen hätten die Forderungen der Werbekunden mit neuen Erlösmodellen gekontert, zu denen auch das Trading gehöre.

Leidtragende dieser Negativspirale sind seiner Ansicht nach die Medien und hier vor allem die Verlage, wovon einige bereits ihre Existenzgrenzen erreicht hätten. Als Berater will er eine konstruktive Rolle in dem von intensivem Misstrauen geprägten Dreieck aus Werbungtreibenden, Medien und Agenturen spielen. Ganz unbeteiligt an dieser Entwicklung ist Schmidt-Vogel freilich nicht. Unter seiner Führung wurde Mediacom zur größten Mediaagentur Deutschlands und ist es bis heute. Als erster weltweiter Trading-Boss der Group M hat er zudem das Einkaufsthema bei der WPP-Tochter internationalisiert.

Insgesamt hat Schmidt-Vogel 37 Jahre lang in der Branche gearbeitet und dem Mediabusiness seinen Stempel aufgedrückt. Wie das Lager der Mediaagenturen auf den Berater Schmidt-Vogel reagieren wird, bleibt abzuwarten. Einerseits kennt er zwar deren Nöte, aber eben auch alle Fallstricke und Tücken, wenn es um die Details in deren Verträgen mit den Medien und Werbekunden geht. ejej
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