Adobe: Verbraucher finden Online-Werbung gruselig

Mittwoch, 12. Juni 2013
Onlinewerbung hat keinen guten Ruf (Foto: Vege / Fotolia)
Onlinewerbung hat keinen guten Ruf (Foto: Vege / Fotolia)

Eine Studie des Softwareunternehmens Adobe in Deutschland, Großbritannien und Frankreich hat ergeben, dass Online-Werbung bei weitem nicht so beliebt ist wie klassische Werbung in TV oder Print. 64 Prozent der Befragten geben sogar kann, bei gezielter Webseitenwerbung über gespeicherte Daten ein gruseliges Gefühl zu haben. Hierzulande wie auch in Frankreich ist die Online-Werbung nicht unter den Top 3 der bevorzugten Werbekanäle zu finden, in Großbritannien landet sie immerhin auf dem dritten Platz. In allen Ländern liegen die Zeitschriften vorne, in Deutschland folgen Plakat- und Schaufensterwerbung. Während in Frankreich neben den Zeitschriften und Plakaten die TV-Werbung beliebt ist, setzen die Nutzer in Großbritannien auf Zeitschriften, TV und eben Online-Werbung.

In Deutschland gaben zudem zwei Drittel der Befragten an, dass Fernsehwerbung für sie generell wichtiger ist als Online-Anzeigen - ein auf den ersten Blick überraschendes Ergebnis, da laut Bitkom zwei Drittel der Deutschen online shoppen. Dennoch finden nur 7 Prozent in der Adobe-Studie Online-Werbung überzeugend, lediglich 18 Prozent halten sie für intelligent. Dagegen empfinden 62 Prozent der Teilnehmer Anzeigen im Netz als ärgerlich.

Und es gibt noch eine andere Auffälligkeit: 45 Prozent der Befragten "liken" Marken, die sie regelmäßig kaufen, in den sozialen Netzwerken wie Facebook. Ein Drittel der Social-Media-Nutzer in Deutschland (insgesamt 49 Prozent der Teilnehmer hierzulande) gibt dazu an, Beiträge von einer Marke mit "Gefällt mir" zu markieren. Mark Phibbs, Vice President EMEA Marketing bei Adobe, gelangt daher zu dem Schluss, dass die direkte Kundenansprache im Web besser funktioniert als die Adaption traditioneller Werbebotschaften ins Internet.

"Kreative Agenturen haben in den vergangenen Jahrzehnten traditionelle Werbung perfektioniert. Sie ist ein großer Bestandteil unseres täglichen Lebens und wir sind alle mit Fernseh-, Zeitschriften- und Radiowerbung aufgewachsen. Es ist nicht ganz überraschend, dass Online- und Digitalkanäle nicht gleichermaßen erfolgreich sind. Sie bestehen erst seit relativ kurzer Zeit. Aber die digitale Landschaft und die damit einhergehenden Möglichkeiten für Marken ändern sich ständig. Derzeit müssen sie herausfinden, was funktioniert und was nicht. Trotzdem wird aus unserer Studie klar, dass Marken eine Menge tun müssen, um die Aufmerksamkeit des Konsumenten in der digitalen Welt zu erhalten", fasst Phibbs die Ergebnisse zusammen. Insgesamt beteiligten sich bei der von Edelman Berland durchgeführten repräsentativen Umfrage rund 3750 Konsumenten und Marketer in den drei Ländern. tt
Meist gelesen
stats