Ad-Impressions oder Ad-Request: Der Konsens in Sachen Online-Währung ist dahin

Dienstag, 03. November 1998

Es ist noch nicht so lange her, daß sich alle Kommunikationsverbände auf Page Impressions und Visits einigen konnten. Allen Beteiligten war klar: der Werbemittel-Kontakt sollte in einer zusätzlichen Meßgröße erfaßt werden. Im "Alleingang" - so ein DMMV-Mitglied - hatten vergangene Woche BDZV, VPRT und VDZ Ad-Impressions als "neuen Standard" festgelegt. Offensichtlich ohne Abfrage mit dem DMMV. Die Debatte unter http://www.horizont.net/forum. Als nicht marktgerecht kritisiert DMMV-Vize Alexander Felsenberg die neue Definition. Für den DMMV ist die Größe Ad-Request die sinnvollere Einheit. Ad-Request oder Ad-Impressions: für Laien hört sich das nach Technik-Fetischismus an. Die Unterschiede aber sind gewaltig: Ad-Impressions meint die Erfassung der Werbemittel auf der Content-Seite des Anbieters. Auf gut deutsch: Der Unterschied zu Page Impressions ist eher marginal. Ad-Request bedeutet: Die direkte Messung des Abrufs eines Werbebanners auf dem Werbeträger- oder Ad-Server. Auf gut deutsch: Diese Definition berücksichtigt stärker die Interessen der Internet-Werbenetzwerke à la 1&1 oder Doubleclick - Marktteilnehmer, die den klassischen Print-Verbänden ohnehin eher suspekt sind. Damit nicht genug: Der Streit um Ad-Request oder Ad-Impressions droht, die gemeinsamen Interessen aller Verbände zunichte zu machen: Die von allen geforderte Markttransparenz kann es nicht geben, wenn jeder Verband plötzlich seine eigene Meßeinheit als Nonplusultra ausgibt: Babylon war nichts dagegen.
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