Acta 2009: Portale der klassischen Medien können Leserschwund in Print fast ausgleichen

Mittwoch, 21. Oktober 2009
Logo der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse
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Die Nutzung von Printmarken auf den dazugehörigen Onlineplattformen steigt - allerdings nicht so stark, wie die Printnutzung sinkt. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Allensbacher Computer- und Technik-Analyse 2009 (Acta). Danach sind die Leser pro Ausgabe der 30 untersuchten Printmedien gegenüber dem Vorjahr von 96 auf 92 Millionen gesunken, während die wöchentliche Nutzerzahl der entsprechenden Onlineportale von 35 auf 38 Millionen stieg. Damit sank die Zahl der Nutzer dieser 30 Medienmarken leicht von 121 auf 120 Millionen pro Woche. Insgesamt nutzen 55 Prozent der Deutschen das Web zum Abruf von politischen Nachrichten (2008: 49 Prozent), 47 Prozent für Wirtschaftsnews (2008: 40 Prozent). Stärker stieg dagegen die kommunikations- und unterhaltungsorientierte Internetnutzung: 75 Prozent der 14- bis 64-jährigen Deutschen nutzen mittlerweile E-Mails (plus 5 Prozent gegenüber 2008), 54 Prozent laden Musik herunter (plus 8 Prozent), 36 Prozent hören Radio (plus ein Fünftel) und ein Drittel knüpft Kontakte übers Web (plus 6 Prozent). Die größte Steigerung verzeichnen indes die sozialen Netzwerke - hier explodierte die Nutzeranteil um die Hälfte auf nunmehr 23 Prozent der Deutschen. Gewinner hier ist vor allem: Facebook. Die monatliche Nutzerschaft vervierfachte sich binnen eines Jahres von 740.000 auf über 3 Millionen Nutzer. Das größte soziale Netzwerk in Deutschland ist indes immer noch Studi-VZ mit 4,4 Millionen Nutzern.

Unter den klassischen Nachrichtenangeboten ist Bild.de der Gewinner. Springers Boulevardsite steigerte die Zahl ihrer Nutzer um 20 Prozent auf 5,6 Millionen pro Monat. Auch weitere Nachrichtensites konnten ihre Nutzerzahlen im Vergleich zu 2008 um über 10 Prozent steigern. Absolut gesehen liegt Spiegel Online aber mit knapp 6 Millionen Usern immer noch vor allen anderen. Die Top-3 im deutschen Internet sind aber ganz andere Sites: Google (37,3 Millionen Nutzer pro Monat), Ebay (24,3) und Wikipedia (23,7).

Unter den deutschen Internetnutzern ist der „Stern" laut Acta 2009 das meistgelesene Printmedium. Mit einer Reichweite von 14 Prozent rangiert das Magazin bei den Internetnutzern vor allen anderen Printmedien inklusive „Spiegel" (11 Prozent) und „Focus" (8 Prozent). Kleiner Triumph für Verlage: 40 Prozent der Internetnutzer halten Produktinformationen auf den Sites von Zeitungen/Zeitschriften für verlässlich, mehr als Bewertungen anderer Käufer (38 Prozent) und Herstellerinfos im Netz (37 Prozent). Die Acta 2009 weist 40,2 Millionen 14- bis 69-jährige Bundesbürger aus, die das Internet nutzen. Das entspricht 73 Prozent dieser Altersgruppe. rp
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