AWA 2013: Zeitungen verlieren / Neulinge kommen aus allen Segmenten

Donnerstag, 04. Juli 2013
Etwa ein Drittel der erfassten Printtitel haben Reichweite verloren
Etwa ein Drittel der erfassten Printtitel haben Reichweite verloren


Ein durchwachsenes Bild gibt die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) für das Jahr 2013: Von den 240 erfassten Titeln haben 45 gewonnen und 102 liegen auf Vorjahresniveau, aber die übrigen 93, also mehr als ein Drittel, mussten Verluste hinnehmen.
Besonders gebeutelt sind die Titel aus dem Bereich Computer, PC-Spiele, Audio/Video/Foto, deren überwiegend männliche und jüngere Leserschaft in schnelleren Schritten Richtung Internet abwandert als die Gesamtbevölkerung. Das zeigt sich auch deutlich in den Auflagenzahlen der IVW-Statistik. Auch die Programmpresse steht unter Druck und zu guter Letzt die wöchentlichen Frauenzeitschriften. Auf diese drei Segmente entfallen 72 Prozent aller Verluste.

AWA 2013: Reichweitenentwicklung ausgewählter Printtitel

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Gerade die Neugründungen zeigen dagegen gut, wie facettenreich das Leserinteresse trotz allem Gerede über die Printkrise ist: Mit Bauers "Happinez", Burdas "Mein schönes Land" und "Roadbike" von der Motor Presse Stuttgart haben völlig unterschiedliche Titel in die AWA Einzug gehalten. Auch bei den Reichweitengewinnern zeigt sich ein vielfältiges Bild. Das Spektrum reicht von "Landlust" aus dem Landwirtschaftsverlag in Münster bis zu "View" von Gruner + Jahr. "Die AWA belegt erneut, dass sich Innovationen im Zeitschriftenmarkt auszahlen", resümieren die Autoren.

Bei den Nachrichtemagazinen gelingt es nur "Focus" mit 1,21 Millionen Lesern seine Reichweite auszubauen "Stern" und "Spiegel" verlieren dagegen und landen bei 7,76 Millionen beziehungsweise 6 Millionen Lesern.

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Mehr Informationen und Grafiken zur AWA 2013 finden Sie in HORIZONT 27 vom 4. Juli 2013

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Im Zeitungsmarkt müssen alle erfassten Titel beziehungsweise Segmente Stagnation oder Rückgänge hinnehmen. Axel Springers "Bild" landet bei 9,3 Millionen Lesern - 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr, die "Süddeutsche Zeitung" kommt auf 1,28 Millionen Leser und ist damit stabil, die "Frankfurter allgemeine Zeitung" erreicht 1,17 Millionen Leser, 1,7 Prozent weniger. "Die Welt" kommt auf 0,91 Millionen, das entspricht einem Minus von 3,2 Prozent, das "Handelsblatt" bleibt mit 0,51 Millionen Lesern stabil. pap
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