ARD/ZDF-Onlinestudie: Mobile Internetnutzung ist noch selten

Donnerstag, 12. August 2010
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Das Internet ist fester Alltagsbestandteil, allerdings nur bei stationärer Nutzung. Mobil ist lediglich ein geringer Teil der Deutschen online - gerade einmal 13 Prozent. Gegenüber den Vorjahren (je 11 Prozent) ist das eine moderate Steigerung von zwei Prozentpunkten. Diese Ergebnisse weist die ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 aus. Auch die von Verlagen zurzeit so gepriesenen Applikationen („Apps") für iPhone, iPad & Co. stehen noch vor dem großen Durchbruch: Zwar haben schon 69 Prozent der deutschen Onliner davon gehört, aber nur wenige (6 Prozent) nutzen sie.

Was machen die Onliner stattdessen am liebsten im Web? Weit oben auf der Prioritätenliste stehen Videos. 65 Prozent schauen Videos, hauptsächlich über Videoportale und die Mediatheken der Fernsehsender, die inzwischen 24 Prozent der Onliner aufrufen. „Über die ZDF-Mediathek erhöht sich schon jetzt die Reichweite unserer Sendungen im Schnitt um ein bis drei Prozent", so ZDF-Intendant Markus Schächter.

Das große Thema Social Media gewinnt ebenfalls weiter an Bedeutung. So sind 40 Prozent der Befragten in Communitys unterwegs. Allerdings tauschen sich die User hier vor allem privat aus, ein Profil in einer beruflichen Community besitzen 7 Prozent.

Insgesamt hat sich der Web 2.0-Boom etwas abgeschwächt. Die Zuwachszahlen für entsprechende Anwendungen fallen geringer aus als in den Vorjahren. Auch sinkt das Interesse an aktiver Teilhabe an Blogs, Twitter und Co. vor allem bei der jüngeren und mittleren Generation. „Das "Mitmach-Netz" bleibt beschränkt auf eine kleine Gruppe von Aktiven, die publizieren und kommunizieren, was von vielen abgerufen wird", so das Fazit der Studienautoren.

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Die übrigen Ergebnisse sind wenig überraschend: 76 Prozent der deutschen Onliner sind täglich im Netz. Damit ist die Reichweite des Internets inzwischen fast vergleichbar mit der des Fernsehens. Sowohl die Nutzungsdauer von TV (244 Minuten) als auch die von Internet (77) sind 2010 gestiegen. In den Peak-Zeiten des TV-Konsums, abends zwischen 19 und 23 Uhr, flacht die Kurve der Online-Nutzung zwar ab, allerdings nicht so stark wie die der Radio- oder Print-Nutzung - was für eine gewisse Parallelnutzung spricht (vgl. Chart).

Im Frühjahr 2010 nutzten 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren wenigstens gelegentlich das Internet, dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 69,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 5,5 Millionen Nutzer neu hinzugekommen. Besonders häufige Internetnutzer bleiben die 14- bis 19-Jährigen mit 6,2 Tagen je Woche (plus 0,5 Tage gegenüber 2009).

Die Analyse der Daten aus der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" (7-8/2010) dokumentiert und die Artikel sind online abrufbar. Innerhalb der bundesweiten Repräsentativstudie wurden im März / April dieses Jahres 1.804 Erwachsene in Deutschland befragt. se
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