ARD will zweistellige Quoten / ZDF: "Keine Neiddebatte bei Moderatorengehältern!"

Donnerstag, 23. Mai 2013
Thomas Bellut will mehr Transparenz - außer bei seinen Moderatoren
Thomas Bellut will mehr Transparenz - außer bei seinen Moderatoren


Gläserne Portemonnaies nur für andere: Auch die Reporter und Talkmaster des ZDF gefallen sich bisweilen mit kritischen Nachfragen bei Top-Managern nach deren Gehältern - inklusive Empörung, wenn diese schweigen und auf ihre Privatsphäre pochen. Für die Stars im eigenen Haus gilt das Primat der Transparenz offenbar weniger.
Und das, obwohl Moderatoren bei ARD und ZDF, anders als in der Privatwirtschaft, letztlich von einer Quasi-Steuer namens "Rundfunkbeitrag" bezahlt werden. Und obwohl nach dessen umstrittener Reform der öffentliche Wunsch nach Transparenz größer geworden ist. Dennoch möchte ZDF-Intendant Thomas Bellut keine Moderatorengehälter veröffentlichen, sonst "gäbe es sofort Neiddebatten, die sehr heftig werden könnten". Dies sagt Bellut in einem Interview mit der "Zeit" laut einer Presseveröffentlichung des Verlags.

Danach ist Bellut der Meinung, dass auch gut bezahlte Menschen das Recht hätten, geschützt zu werden. Insgesamt wolle er die Zuschauer laut "Zeit" aber künftig umfassender über die Senderausgaben informieren. Außerdem stellt der Intendant in Aussicht, "über mehr Zusammenarbeit in der Auslandsberichterstattung" nachzudenken.

In dem Doppelinterview, das Bellut der "Zeit" zusammen mit ARD-Programmchef Volker Herres gegeben hat, geht es auch ums Thema Quote. Herres gibt als Ziel eine zweistellige Quote vor - wenn auch nicht in allen Bereichen. Bei einstelligen Quoten, so Herres laut Presseinfo weiter, würde der öffentlich-rechtliche Rundfunk zwangsläufig in Frage gestellt. rp

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