ARD will jungen Zuschauer auf allen Kanälen nachstellen

Montag, 28. Februar 2011
Monika Piel will verstärkt um junge Zuschauer werben
Monika Piel will verstärkt um junge Zuschauer werben
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Die amtierende ARD-Vorsitzende Monika Piel will junge Zuschauer über alle sich bietenden Verbreitungswege ansprechen. "Es gehört zu unserem öffentlich-rechtlichen Auftrag, Programm für alle zu machen. Um das junge Publikum besser zu erreichen, wollen wir in der ARD auf alle Verbreitungswege setzen: Fernsehen, Radio und Internet", sagte Piel bei der Eröffnung der Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD. So will die Intendantin des WDR prüfen lassen, ob über die Internetseiten der jungen ARD-Radiosender mehr junge Zuschauer erreicht werden könnten. "Denn gerade mit den jungen Radiowellen wie zum Beispiel WDR 1Live, SWR3 und N-Joy erreichen die öffentlich-rechtlichen Programme schon jetzt sehr erfolgreich junges Publikum." Insgesamt soll mithilfe eines ganzen "Maßnahmenpakets" wieder mehr junge Zuschauer erreicht werden.

So sollen unter anderem beim digitalen Sender Einsfestival mehr Formate ausgestrahlt werden, die speziell auf ein junges Publikum zugeschnitten sind. Beim WDR will Piel außerdem Sondermittel zur Verfügung stellen, mit denen die Entwicklung neuer crossmedialer Formate für junge Zuschauer gezielt gefördert werden soll. Vorbild ist der SWR, wo es bereits ein "Entwicklungslabor" gibt, dass sich speziell um Angebote für Zuschauer von 14 bis 29 Jahren kümmert. Die ARD-Mediathek und Apps für mobile Endgeräte sollen darüber hinaus dem Trend zu einer zeit- und ortsunabhängigen Mediennutzung junger Zuschauer entgegen kommen.

"Wir tun bereits heute viel, um junges Publikum für die öffentlich-rechtlichen Programme zu gewinnen - und zu halten. Diesen Einsatz wollen wir nun noch einmal verstärken und dabei alle Verbreitungswege nutzen", betont Piel.

Anders als das ZDF mit dem Jugendkanal ZDF Neo will die ARD dagegen keinen eigenen Jugendkanal für junge Zuschauer ins Leben rufen. Entsprechende Überlegungen hatte Piels Vorgänger und SWR-Intendant Peter Boudgoust noch angestellt. dh
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