ARD will im App-Streit "unverzüglich" auf Verlage zugehen - nach dem Prozess

Mittwoch, 27. Juni 2012
Monika Piel ist "ganz stark" an einer Einigung mit den Verlegern interessiert
Monika Piel ist "ganz stark" an einer Einigung mit den Verlegern interessiert
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Eigentlich hätte der Streit um die Tagesschau-App der ARD längst beendet sein können: Der öffentliche-rechtliche Senderverbund und die Verleger, die gegen die App geklagt haben, hatten sich bereits auf eine Gemeinsame Erklärung geeinigt, die aber von den Öffentlich-Rechtlichen nie unterzeichnet wurde. Die ARD-Vorsitzende Monika Piel will nun "unverzüglich auf die Verlage zugehen" - allerdings erst nach dem Prozess. Zur Erinnerung: Nach der Klage von acht deutschen Zeitungsverlagen gegen die Tagesschau-App der ARD hatte der Vorsitzende Richter am Landgericht Köln den Parteien eine Einigung auf dem Verhandlungsweg nahegelegt. Die Parteien schienen zunächst auch guten Willens und arbeiteten eine Gemeinsame Erklärung aus, die den Streit beilegen sollte. Doch das bereits unterschriftsreife Dokument wurde nie unterzeichnet.

Wer genau die Schuld daran trägt, ist schwer nachzuvollziehen: Die Verleger warfen dem ZDF vor, von den bereits erzielten Verhandlungsergebnissen wieder abgerückt zu sein; ZDF-Intendant Thomas Bellut wiederum gab sich irritiert, als WAZ-Chef Christian Nienhaus entnervt verkündete, kein Interesse an weiteren Gesprächen mehr zu haben.

Am Rande der Intendantentagung der ARD hat WDR-Intendantin Monika Piel der "Süddeutschen Zeitung" nun verraten, sie sei "ganz stark" an einer Einigung interessiert: "Selbst wenn wir den Prozess gewinnen, werden wir unverzüglich auf die Verleger zugehen", zitiert die "SZ" die amtierende ARD-Vorsitzende. Warum sie erst nach dem Prozess wieder das Gespräch mit den Verlegern suchen will, sagt sie beziehungsweise die "SZ" aber nicht. Der nächste Verhandlungstermin ist am 19. Juli. dh
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