ARD unterzieht Online-Angebote einem Relaunch

Montag, 29. April 2013
Die neu gestaltete Startseite von tagesschau.de (Bild: Screenshot)
Die neu gestaltete Startseite von tagesschau.de (Bild: Screenshot)
Themenseiten zu diesem Artikel:

ARD Relaunch Lutz Marmor NDR Sportschau Bordmittel Bundestag



Die ARD hat die Website Tagesschau.de gründlich überarbeitet. Im selben Zuge bekommen auch ard.de, sportschau.de, boerse.de und daserste.de ein neues Design. Ziel des Relaunchs, der laut dem ARD-Vorsitzenden und NDR-Intendanten Lutz Marmor mit Bordmitteln durch die Online-Gemeinschafteinrichtungen der ARD entwickelt wurde, sei die Stärkung audiovisueller Inhalte und die Hervorhebung multimedialer Inhalte auf der Seite gewesen. Darüber hinaus unterbreitet die ARD erneut das Angebot an die Verlage, tagesschau.de in Kooperationen einzubringen. Die gravierendsten Veränderungen sind gestalterischer Natur. So wurden die Navigations-Elemente von der linken Spalte in den Header der Seite migriert, um mehr Platz für Fotos oder audiovisuelle Inhalte zu schaffen. Zudem erscheint tagesschau.de ab sofort im Responsive Design, das sich automatisch der jeweiligen Bildschirmgröße anpasst. Dadurch soll die Seite auf verschiedenen Endgerätetypen gleich gut lesbar sein. Weitere Anpassungen wurden bei der Barrierefreiheit des Angebots durchgeführt: Die Seiten sind nun von allen gängigen Screenreadern lesbar und legen mehr Wert auf den Kontrast von Farbverläufen.

Inhaltlich soll sich am Web-Angebot des Ersten allerdings nichts ändern, wie Marmor mit Blick auf den Streit mit den Verlagen betont: "Die ARD wird tagesschau.de nicht zu einer Dachmarke für Politik, Börse, Sport und Vermischtes weiterentwickeln. Tagesschau.de tritt auch nicht in Konkurrenz zu thematischen Vollangeboten aus Verlagen, sondern bleibt bei der klaren Ausrichtung auf Nachrichten zu relevanten, vor allem politischen Themen." Zusätzliche Kapazitäten seien laut Marmor für den Relaunch nicht geschaffen worden: Dieser werde mit Bordmitteln, also aus bestehenden Strukturen heraus, gestemmt. Der Einsatz von Finanzmitteln und Personal für tagesschau.de einschließlich der Tagesschau-App bleibe begrenzt.

Gleichzeitig unterbreitete der ARD-Vorsitzende den Verlagen ein neues Angebot, tagesschau.de in Kooperationen einzubringen. Möglich seien etwa die unentgeltliche Nutzung der "Tagesschau in 100 Sekunden" für Digitalangebote der Verlage oder die Bereitstellung von einzelnen Videos für deren Websites. "Vorstellbar ist auch die gemeinsame Arbeit an Apps, etwa zu bestimmten Großereignissen wie z. B. Bundestags- und Landtagswahlen oder Kirchentagen. Dabei könnte die ARD im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten Bewegtbilder beisteuern", so Marmor.

Die ARD war durch die Einführung ihrer "Tageschau"-App in eine heftige Auseinandersetzung mit deutschen Verlegern geraten. Diese störten sich daran, dass das mobile Angebot zu textlastig und damit presseähnlich sei. Dies verstoße gegen den Rundfunkstaatsvertrag. ire
Meist gelesen
stats