ARD und ZDF zeigen trotz Kritik weiter Radsport

Donnerstag, 24. Mai 2007

ARD und ZDF wollen trotz des Dopingsskandals an der Radsport-Berichterstattung festhalten. "Jetzt auszusteigen, wäre das Falscheste, was wir tun können", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender bei einer Anhörung des Sportausschusses des Bundestages am Mittwoch. Der Vorsitzende des Ausschusses, Peter Danckert, hatte gefordert, auf die Übertragung von Radrennen zu verzichten: "Ich empfehle einen vorübergehenden Boykott, bis sich die Dinge aufgeklärt haben", sagte der SPD-Politiker. "Die öffentlich-rechtlichen Sender würden ihren Auftrag falsch verstehen, wenn sie weiterhin Radsport übertragen wollen", so Danckert. Brender sieht in den Geständnissen ehemaliger Radprofis dagegen Anzeichen für ein Umdenken: "Das Outing gehört zur Selbstreinigung." Als die Dopingaffäre mit den Vorwürfen gegen Jan Ullrich im vergangenen Jahr ins Rollen kam, wurde Kritik laut, die Öffentlich-Rechtlichen hätten das Thema in der Sport-Berichterstattung weitgehend ausgeblendet. Die ARD hatte im Dezember daraufhin beschlossen, eine eigene Fachredaktion Doping aufzubauen. dh

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