ARD und ZDF übertragen Leichtathletik-WM

Freitag, 01. April 2011
ARD und ZDF übertragen die Leichtathletik-WM nun doch
ARD und ZDF übertragen die Leichtathletik-WM nun doch

Einigung in letzter Minute: ARD und ZDF werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2011 in Daegu übertragen. Die Sportrechteagentur Sporta der öffentlich-rechtlichen Sender konnte sich mit der Agentur IEC, die die WM vermarktet, nach schwierigen Verhandlungen nun kurz vor Ablauf der Frist auf eine "wirtschaftlich und inhaltlich tragfähige Lösung" verständigen. "Es hat sich im Interesse der Sportler und des Publikums gelohnt, dass ARD und ZDF bis zuletzt bereit waren, die Verhandlungen fortzusetzen. Mit der Einigung buchstäblich in letzter Minute wurde eine belastbare und marktgerechte Lösung erreicht", zeigt sich ZDF-Intendant Markus Schächter erleichtert. 

Die Vereinbarung umfasst alle wichtigen Leichtathletik-Veranstaltungen der kommenden zwei Jahre, darunter die Wettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2012 in London, die Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften und das ISTAF-Meeting in Berlin.

Medienberichten zufolge hatte die Medienrechteagentur IEC zwischen 12 und 15 Millionen Euro für die Übertragungsrechte aus Daegu und den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau veranschlagt. Zu viel, befanden ARD und ZDF, und wollten ursprünglich komplett auf die Übertragung verzichten. Bei Sportverbänden und Fans sorgte die Haltung der öffentlich-rechtlichen Sender für Empörung - zumal ARD und ZDF für populäre Sportarten wie Fußball und Boxen wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen. Die Angelegenheit drohte sogar zum Politikum zu werden: Am vergangenen Mittwoch mussten sich ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz und sein ARD-Kollege Axel Balkausky den kritischen Fragen des Sportausschuss des Deutschen Bundetags stellen. Der öffentliche Druck hat offenbar Wirkung gezeigt. Ob ARD und ZDF den Preis mit ihrer Hinhaltetaktik noch drücken konnten, ist allerdings nicht bekannt. Zu den Konditionen des Vertrags mit der Agentur IEC machen ARD und ZDF keine Angaben.

Uddate: Nach Informationen des "Spiegel" hat sich die Unnachgiebigkeit von ARD und ZDF gelohnt: Nach Angaben aus Verhandlungskreisen zahlen die Öffentlich-Rechtlichen deutlich unter drei Millionen Euro für die WM in Südkorea. "Härte zahlt sich aus", zitiert das Nachrichtenmagazin eine interne ARD-Quelle. Die WM 2013 in Moskau ist allerdings nicht Teil des jetzt geschlossenen Vertrags. dh
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