ARD und ZDF treiben Online-Kooperationen mit Verlagen voran

Donnerstag, 21. Februar 2008
ARD-Chef Raff will am Programmsponsoring festhalten
ARD-Chef Raff will am Programmsponsoring festhalten

ARD, ZDF und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zeigen sich bezüglich der Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender kooperativ. ARD-Vorstand Fritz Raff, ZDF-Intendant Markus Schächter und VDZ-Präsident Hubert Burda trafen sich gestern in Berlin, um ihr Verständnis von einem dynamischen Funktionsauftrag im Internet zu erläutern. Die Printverleger ließen in letzter Zeit Bedenken laut werden, dass gebührenfinanzierte Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu Benachteiligungen der privaten Presseangebote im Netz führen könnten. Einschränkungen seien deshalb unbedingt notwendig. Das Konzept einer zeitlich gestuften Abrufbarkeit bezeichnete Burda als begrüßenswert und konstruktiv.

Die Sendeanstalten der ARD haben bereits eine gemeinsame Strategie zur Online-Kooperation mit Printverlagen verabschiedet.

Eine grundsätzliche Einigung mit der WAZ Mediengruppe („Westdeutsche Allgemeine Zeitung“) gibt es bereits, die gemeinsamen Kooperationskriterien der ARD-Sendeanstalten ermöglichten jetzt auch Verhandlungen mit anderen Verlagshäusern. Unklar ist derzeit noch der Umgang mit werbefinanzierten Online-Angeboten. Denkbar sind laut Raff Verlinkungen seitens der Verlags-Homepages auf eine Mediathek der ARD-Anstalten, die bis Ende April glauncht werden soll. Die Kritik, die ARD nutze im Internet ihre finanzielle Stärke aus, wies der ARD-Vorsitzende Fritz Raff zurück. Die Öffentlich-Rechtlichen beziehen ihre Einnahmen zwar hauptsächlich durch Rundfunkbeiträge, auf Sponsoring im Abendprogramm könne man aber, so Raff, nicht verzichten.

Damit erteilt der ARD-Vorsitzende der Forderung von WDR-Intendantin Monika Piel nach einem Ausstieg aus dem Sponsoring eine Absage. Damit einhergehend will Raff den Sendeplatz der „Sportschau“ Vorabendprogramm erhalten. „Ein Angebot Samstags nach der ,Tagesschau‘ ist für uns nicht von Interesse, weil wir durch das Werbe- verbot nach 20 Uhr keine Chance auf eine Refinanzierung haben.“, sagte er der „FTD“. jf
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