ARD und ZDF sichern sich Fußball-WM 2002

Montag, 08. Januar 2001

Frühaufsteher werden 2002 in der ersten Reihe sitzen, wenn ARD und ZDF die Fußball-WM aus Japan und Südkorea übertragen. Das ausgehandelte Paket umfasst 24 der insgesamt 64 Live-Spiele, darunter alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft, das Eröffnungsspiel, die Halbfinales und das Endspiel. Außerdem wird das Spiel um den 3. Platz übertragen, sofern die deutsche Mannschaft daran beteiligt ist. ARD und ZDF haben das Recht, das wichtigste Spiel des Tages auszuwählen. Die Spiele werden um 8.30 Uhr, 11.00 Uhr und 13.00 Uhr übertragen und werden auch auf den Großbildschirmen der Bahnhöfe zu sehen sein. Neben der reinen Spielübertragungen werden ARD und ZDF auch Vor- und Nachberichte zeigen.

Die Übertragungsrechte, deren Wert aufgrund der Zeitverschiebung und des Formtiefs der Nationalmannschaft von Branchenkennern bezweifelt wird, soll ARD und ZDF 225 Millionen Mark wert sein. Der Kaufpreis wird zum Teil durch die Vergabe der deutschen Pay-TV-Rechte für die Olympischen Spiele von 2002 bis 2008 an die Kirch-Gruppe finanziert. Kirch-Sprecher Hartmut Schultz: "Durch unsere digitalen Übertragungskapazitäten können wir den Zuschauern eine viel größere Palette der Spiele gleichzeitig präsentieren." Schultz wollte allerdings nicht bestätigen, dass die Olympischen Spiele 2004 auf Premiere World zu sehen sein werden.

Mit den WM-Rechten 2002 erwerben ARD und ZDF gleichzeitig auch ein exklusives Ankaufsrecht, das sie innerhalb eines vereinbarten Zeitfensters nutzen müssen. Eine Regelung, die Kirch-Manager Dieter Hahn als Vorentscheidung wertet: "Auch 2006 sind ARD und ZDF unsere Wunschpartner für die Liveberichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen." Die Sender verfügen allerdings über kein Matching-Right, wodurch sie nach der exklusiven Verhandlungsphase konkurrierende Angebote mit einem gleichwertigen Angebot ausstechen könnten. Ein derartiges Recht sei aufgrund der spekulativen Preisgestaltung nicht zu vertreten gewesen, argumentieren die Verhandlungsführer der öffentlich-rechtlichen Sender, Albert Scharf und Dieter Stolte. Der Vertrag bedarf noch der Zustimmung der Gremien, der Landesrundfunkanstalten und des ZDF.
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