ARD und ZDF müssen um Fußball-Europameisterschaft kämpfen

Freitag, 04. Februar 2005

Zum ersten Mal sind die Rechte an einer Europameisterschaft nicht an die öffentlich-rechtlichen Sender, sondern an einen Rechtehändler vergeben worden. Die Hamburger Sportfive hat sich die Rechte an der EM 2008 in der Schweiz und Österreich gesichert, das Nachsehen hat somit die European Broadcasting Union (EBU). Damit erhalten neben den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF aber auch Sat1, das DSF, Eurosport oder RTL die Chance, die EM-Rechte zu erwerben. "Wir sind natürlich traurig, denn wir waren ein verlässlicher Partner. Die Abrechnung wird im Herbst 2008 erfolgen", meint Stephan Kürten, früher Rechteeinkäufer beim ZDF und heute verantwortlich bei der EBU.

Sportfive muss deutlich mehr geboten hat als jene 400 Millionen Euro, welche für die EM 2004 offeriert wurden. Im Gespräch sind mindestens 600 Millionen Euro. Kürten: "Wir als EBU haben unser Angebot seriös kalkuliert. Aber offensichtlich setzen UEFA und Sportfive auf Hoffnungen." Robert Müller von Vultejus, Geschäftsführer von Sportfive, äußert sich zufrieden. "Wir glauben einfach, der UEFA mehr Potenzial im Vermarktungsbereich aufgedeckt zu haben als unsere Mitbewerber. Wir haben viele Monate angestrengt an diesem Projekt gearbeitet. Jetzt sind wir froh, es vermarkten zu dürfen. Selbstverständlich werden wir in Deutschland auch ARD und ZDF das Angebot unterbreiten, wie bisher exklusiv eine Europameisterschaft zu übertragen." Vertragsinhalt ist, dass die EM 2008 nicht im Bezahl-Fernsehen "versteckt" werden darf. Philip Cordes, Vorstands-Vorsitzender der Sportfive-Gruppe stellt klar: "Jeder kann kaufen." nr
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