ARD und ZDF holen Kloiber ins Boot

Mittwoch, 07. März 2001

Im harten Kampf um Sportrechte bündeln die Medienunternehmen ihre Kräfte. Wie Horizont Sport Business berichtet, planen die von Bertelsmann kontrollierte RTL Group und die Vivendi-Tochter Canal plus anscheinend den Zusammenschluss ihrer Sportrechte und -marketing-Filialen Ufa Sports uns Sports plus. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kirch-Gruppe ihre Sportrechte-Töchter CWL, Prisma Sport & Media und die ISPR in einer Holding fusioniert.
Jetzt ziehen ARD und ZDF nach, um sich in diesem Segment gegen die Konkurrenten Kirch und Bertelsmann zu stärken. Im Sportrechtehandel wollen die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft eng mit dem Münchner Medienunternehmer Herbert Kloiber zusammen arbeiten. Derzeit verhandelt die Tele-München Gruppe, deren Eigentümer Kloiber ist, über einen Einstieg in die Sportrechteagentur Sport A, die ARD und ZDF jeweils zur Hälfte gehört. Kloiber will ein Drittel der in München ansässigen Marketingagentur erwerben.
Sämtliche Rechte, die das 'Erste' und das 'Zweite' einkaufen, laufen über Sport A. Mit 20 Mitarbeitern erwirtschaftet das 1995 gegründete Unternehmen nach Firmenangaben rund 200 Millionen Mark Jahresumsatz. Wie der Deal mit Kloiber, der damals die Champions-League zu TM 3 zog, konkret laufen könnte, ist noch offen. Ein Problem könnte die 45prozentige Beteiligung der angeschlagenen EM.TV & Merchandising AG an der Tele München-Gruppe sein. Denn beim Verkauf der Anteile an die Kirch-Gruppe wäre diese indirekt an Kloibers Medienkonglomerat beteiligt. Der Ausgang der dadurch sehr komplexen Gespräche um eine neue Struktur der Sport A ist noch unklar und wird sich voraussichtlich einige Monate hinziehen.
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