ARD und ZDF fordern Produktionshilfe statt Product-Placement

Dienstag, 18. Juli 2006

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF wollen technische oder materielle Produktionshilfen, mit denen Fernsehproduktionen unterstützt werden, als Alternative zu Product-Placement in die EU-Fernsehrichtlinie aufnehmen. Mit einem Argumentationspapier für die künftige Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste versuchen die Sender, die bislang unregulierten Produktionshilfen auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. ARD und ZDF versuchen mit dem Änderungs-Vorschlag, die Produktionshilfe anstelle dem von der EU-Kommission gewollten Product-Placement in die neue Richtlinie aufnehmen zu lassen. Das bestätigte das ZDF auf Nachfrage: "Product-Placement ist Verbrauchertäuschung, Produktionshilfe nicht", so ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET. Demnach stellen Hilfen wie beispielsweise die unentgeldliche Überlassung von Fahrzeugen für Dreharbeiten oder die Bereitstellung von Stromversorgung sowie Örtlichkeiten keine Werbeabsicht dar, sondern dienen der Kostenentlastung.

Die Produktionshilfe werde allein aufgrund redaktioneller Entscheidungen oder produktioneller Erfordernisse wahrgenommen. Das Merkmal von Product-Placement sei hingegen, Produkte aus werblichen Gründen zu zeigen. ARD und ZDF betonen, dass Produktionshilfe etwas anderes als Schleichwerbung sei. Eine Gegenleistung für solche Hilfen dürfe nicht erfolgen, argumentieren die Anstalten.

Über die EU-Richtlinie wird bereits seit längerer Zeit beraten. Wann sie verabschiedet wird, steht nicht fest. gen

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