ARD und ZDF erneuern Kritik an der UEFA

Mittwoch, 04. Juli 2012
Löw und der Balljunge: Die Szene wurde bereits vor dem Spiel aufgezeichnet
Löw und der Balljunge: Die Szene wurde bereits vor dem Spiel aufgezeichnet


ARD und ZDF haben die UEFA erneut für ihren Umgang mit Archivbildern kritisiert. Der Fußballverband hatte während der Europameisterschaft mehrfach aufgezeichnete Bilder in laufende Spielübertragungen hineingeschnitten, darunter bei zwei Spielen der deutschen Nationalmannschaft. Während des Spiel von Deutschland gegen die Niederlande zeigte die UEFA, wie Löw einem Balljungen den Ball wegstupste. Die Szene hatte sich allerdings nicht während des Spiels ereignet, sondern bereits im Vorfeld. Die UEFA, die auch die Produktion der TV-Bilder vor Ort verantwortet, hatte die Szene nachträglich in die Live-Übertragung hineingeschnitten. Trotz der Kritik von ARD und ZDF an dem Vorgehen trickste die UEFA bei der Halbfinal-Niederlage von Deutschland gegen Italien erneut: Nach dem 2:0 zeigte die Regie eine Frau mit Tränen in den Augen. Allerdings waren auch diese Bilder nicht live, sondern bereits während der Hymne aufgezeichnet worden.

Die Intendanten von ARD und ZDF betonten nun erneut, dass die Einspielung von aufgezeichneten Szenen in ein Live-Spiel nicht akzeptabel sei und stufte beide Vorfälle als Manipulation ein. "Die UEFA muss dafür sorgen, dass Vorfälle dieser Art in Zukunft ausgeschlossen sind. Ansehen und Glaubwürdigkeit von ARD und ZDF dürfen nicht beschädigt werden", fordert ZDF-Intendant Thomas Bellut. "Diese Vorfälle haben gezeigt, wie sensibel mit Bildern und Situationen bei Live-Übertragungen umgegangen werden muss", ergänzt Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks: "Wir werden dazu noch intensiver die Gespräche mit unseren nationalen und internationalen Vertragspartnern führen." dh
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