ARD und Degeto-Chef Jurgan trennen sich einvernehmlich / Keine strafbaren Handlungen

Dienstag, 07. Februar 2012
Hans-Wolfgang Jurgan wird ehrenhaft verabschiedet
Hans-Wolfgang Jurgan wird ehrenhaft verabschiedet

Abschied mit weißer Weste: Der im November beurlaubte Degeto-Geschäftsführer Hans-Wolfgang Jurgan hat sich nicht strafbar gemacht. Das geht aus dem Abschlussbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor. Das Arbeitsverhältnis wurde einvernehmlich zum 31. Dezember 2011 beendet. Jurgan, seit elf Jahren Geschäftsführer der Filmeinkaufsorganisation der ARD, geht in den Ruhestand. Zur Erinnerung: Die ARD hatte Jurgan im November mit sofortiger Wirlung von seinen Aufgaben entbunden. Eine Prüfung der Geschäftsabläufe  durch KPMG und die WDR-Revision hatte "gravierende organisatorische Mängel" bei der ARD-Tochter ergeben. Jurgan hatte das Budget 2010 und 2011 deutlich überzogen. Dadurch war die Degeto gezwungen, neue Produktionsaufträge drastisch zu reduzieren, die ARD musste die finanzielle Lücke schließen.

Hinweise auf eine Begünstigung einzelner Produktionsfirmen oder Absprachen zum Schaden der Degeto konnten die Wirtschaftsprüfer aber nicht finden. Auch habe sich Jurgan nicht persönlich bereichert. Die Gesellschafterversammlung hat sich daher mit Jurgan auf eine einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31.12.2011 geeinigt. Jurgan, 61, geht in den Ruhestand.

Jurgan war seit 1977 für die Degeto tätig, seit elf Jahren war er Geschäftsführer der ARD-Tochter. Die ARD bemüht sich nun um einen versöhnlichen Abschied des langjährigen Geschäftsführers: Unter seiner Verantwortung seien zahlreiche erfolgreiche Programmreihen, TV-Filme und Kino-Koproduktionen entstanden, darunter die Reihen "Donna Leon" und "Traumhotel", diverse Krimiverfilmungen nach Henning Mankell und die Filme "Luther", "Die Flucht", "Mogadischu", "Laconia" oder zuletzt "Der Mann mit dem Fagott". dh
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