ARD hält an Hörfunk-Digitalisierung fest

Dienstag, 28. Juli 2009
BR-Hörfunkdirektor Johannes Grotzky glaubt an die Zukunft von DAB Plus
BR-Hörfunkdirektor Johannes Grotzky glaubt an die Zukunft von DAB Plus

Die ARD glaubt auch nach der Sperrung weiterer Finanzmittel für die Einführung des Radiostandards DAB Plus an die Zukunft von digitalem Radio in Deutschland. "Der Bayerische Rundfunk ist von der digitalen Zukunft des Radios überzeugt", sagt Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, gegenüber dem Branchendienst "Infosat". "Radio darf keine Insel in der digitalen Welt bleiben," so sein Appell. Im Gegensatz zur Verbreitung über das Internet könne nur die terrestrische Verbreitung die Vorteile des Radios wie die mobile Verfügbarkeit voll ausschöpfen. Die ARD halte daher euch weiterhin an ihrem Ziel fest, "die digitale Verbreitung und damit die Zukunft des Hörfunks zu sichern, wenn möglich gemeinsam mit den Privatradios". Der Bayerische Rundfunk will nun den Dialog mit privaten Sendern, Endgeräteherstellern und der Politik fortsetzen.

Die bestehenden fünf digitalen Radioprogramme des BR sollen auch weiterhin auf Sendung bleiben. "Wir wollen natürlich auch die Investitionen sichern, die wir im Vertrauen auf den Fortbestand des Projekts DAB und DAB Plus getätigt haben", versichert Grotzky. Derzeit läuft eine Informationskampagne des Bayerischen Rundfunks zu den Vorteilen des Digitalradios.

Die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) hatte wegen mangelnder Erfolgsaussichten von ARD und Deutschlandradio beantragte Mittel für DAB Plus nicht freigegeben. Bereits zuvor hatte der Privatsenderverband VPRT der Einführung von DAB eine Absage erteilt. Bei einer außerordentlichen Versammlung des Fachbereichs Radio Ende Juni hatte sich der Verband einstimmig gegen die im Herbst geplante Einführung von DAB Plus ausgesprochen. "Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise bleibt keine Luft für derartige Risikoinvestitionen", begründete der Verband seine Entscheidung. dh
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