ARD erwägt Reduzierung seiner Talkshows

Montag, 29. Oktober 2012
Die Talkmaster der ARD
Die Talkmaster der ARD


Bei der ARD mahlen die Mühlen bekanntlich etwas langsamer. Bislang hatten sich die Intendanten und Programmdirektor Volker Herres trotz vielstimmiger Kritik stets zu den insgesamt fünf ARD-Talkshows bekannt. Doch der Rückhalt auch innerhalb der ARD schwindet: Offenbar erwägt der Senderverbund eine Reduzierung auf vier oder sogar nur drei Plauderrunden pro Woche.
"Der Spiegel" berichtet, dass Herres in einem vertraulichen Papier für die Programmklausur der Intendanten vor zwei Wochen eine Beschränkung auf vier Talkshows pro Woche vorgeschlagen hat. Der Programmdirektor will zunächst eine Bilanz der bisherigen Erfahrungen mit den bestehenden Talksendungen ziehen. Auf dieser Grundlage sollen die Intendaten dann über die Zukunft von Jauch, Plasberg & Co. entscheiden.

Der Vorschlag sei "mehrheitsfähig", weiß der "Spiegel", schwieriger dürfte indes die Entscheidung werden, welche Sendung abgesetzt werden soll. Die Talkshow von Günther Jauch am Sonntagabend dürfte gesetzt sein, auch wenn die Gespächsführung des Talkmasters wiederholt kritisiert wurde. Eng könnte es dagegen für Reinhold Beckmann werden: Dessen Sendung tut sich am Donnerstag gegen die ZDF-Konkurrenten Maybritt Illner und Markus Lanz schwer. Der WDR-Rundfunkrat hatte die Rotation mehrere Talkshows auf einem Sendeplatz angeregt - der Vorschlag war aber von ARD-Chefredakteur Thomas Baumann umgehend zurückgewiesen worden.

Im Kreis der Chefredakteure werde laut "Spiegel" sogar schon eine Reduzierung auf nur noch drei Talkshows pro Woche diskutiert. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sowohl der NDR ("Günther Jauch", "Anne Will", "Beckmann") als auch der WDR ("Hart aber fair", "Menschen bei Maischberger") auf jeweils eine Sendung verzichten. Bevor sich die ARD zu einer Lösung durchringen kann, dürfte also noch viel geredet werden - auf und abseits des Bildschirms. dh
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