ARD dementiert gezielte Gegenmaßnahmen gegen Bild-Kampagne

Freitag, 22. Juli 2011
Die ARD bereitet sich auf eine Kampagne der "Bild" vor
Die ARD bereitet sich auf eine Kampagne der "Bild" vor

Noch ist kein einziger Beitrag erschienen, doch die geplante Artikelserie der "Bild"-Zeitung über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland schlägt bereits jetzt hohe Wellen. Die ARD versucht den Ball flach zu halten und dementiert, dass sie sich mit einer "virtuellen Medienredaktion" für einen Gegenschlag rüste. Gleichwohl bereitet sich der Senderverbund für eine mögliche Diskussion über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland vor. 50 bis 60 Fragenkataloge hat die "Bild" seit Mai an die Pressestellen der ARD verschickt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen ARD-Manager. Dabei sei es immer wieder um die Verwendung von Gebührengeldern gegangen. Die Springer-Journalisten hätten wie Wirtschaftsprüfer argumentiert und seien offenbar professionell beraten worden, vermutet der ARD-Mann. Insgesamt sei eine sehr kritische Haltung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk deutlich geworden.

Ende Juni hatte die WDR-Intendantin und amtierende ARD-Vorsitzende Monika Piel ihre Kollegen bei einem Treffen über die zahlreichen Anfragen informiert und mögliche Maßnahmen diskutiert. Gegenüber der SZ hat die ARD nun die Existenz eines "Themenprotokolls" bestätigt, die Einrichtung einer "virtuellen Medienredaktion" aber dementiert. Medienberichte hatten nahegelegt, die ARD rüste so zum Gegenschlag gegen eine mögliche Kampagne der "Bild".

Nach Darstellung der ARD gehe es allerdings nicht darum, mit einer Anti-Bild-Kampagne zu kontern, sondern darum, sich inhaltlich auf die Artikelserie der Boulevardzeitung vorzubereiten. So habe WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz die Medienredaktionen der ARD gebeten, Sendungsideen zu entwicklen. So gebe es die Überlegung, mit Call-In-Sendungen auf eine mögliche Debatte über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reagieren. "Man wolle sich an der Diskussion beteiligen, allerdings fair", sagte ein ARD-Verantwortlicher der "SZ". So könnte das Thema bei Bedarf auch in der Talkshow "Hart aber fair" mit Frank Plasberg thematisiert werden. Der ARD scheint ein heißer Herbst bevorzustehen. dh
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