ARD-Vorsitzender Boudgoust will Reaktionszeit der ARD verbessern

Montag, 02. März 2009
Peter Boudgoust will die ARD schlagkräftiger machen
Peter Boudgoust will die ARD schlagkräftiger machen

Der amtierende Vorsitzende der ARD, Peter Boudgoust, will die Entscheidungswege innerhalb der ARD verkürzen und den Senderverband damit schlagkräftiger machen. "Die Veränderungsgeschwindigkeit um uns herum hat enorm zugenommen. Deshalb müssen wir zu schnelleren Verfahren kommen. Dafür werbe ich", sagte der Intendant des SWR im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Dafür müsse man vor allem die Abläufe in der ARD vereinfachen. Als Vorbild nennt Boudgoust die interne Strategiegruppe der ARD, die sich selbst Themen setzen könne, aber auch von den Intendanten beauftragt werden kann. "Eines ist sicher: Wir müssen schneller werden", betont Boudgoust. Im Internet will Boudgoust den Schulterschluss mit den Qualitätszeitungen suchen: "Ich bin für Kooperationen mit Zeitungen, um gemeinsam das ökonomische Risiko zu reduzieren, beispielsweise im Internet. Wir sollten ein Bündnis für Qualitätsjournalismus schaffen," sagte der ARD-Vorsitzende. Öffentlich-Rechtliche Sender und Qualitätszeitungen hätten dasselbe Publikum und damit ähnliche Interessen: "Unsere Zuschauer und Zuhörer sind durchweg Leser von Qualitätszeitungen. Wenn es hier im Markt Einbrüche gäbe, hätte dies auch Auswirkungen auf uns." Die eigentliche Herausforderung liege bei Unternehmen wie Google. 

Zur Qualitätsdiskussion sagte der Intendant des SWR: "Qualität und Quote sind kein Gegensatzpaar. Das würde ja sonst bedeuten, dass wir umso besser werden, je weniger Leute wir erreichen." Qualität müsse aber auch Quote schaffen, "sonst machen wir nur noch Oberschichtenfernsehen." dh
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