ARD-Vorsitzender Boudgoust will Gebührenzahler zur Kasse bitten

Donnerstag, 08. Januar 2009
ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust
ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust

Der neue ARD-Vorsitzende und Südwestrundfunk-Intendant Peter Boudgoust will sich in seiner gerade angelaufenen Amtszeit auch darum kümmern, die Zahlungsmoral der GEZ-Gebührenpflichtigen zu verbessern. „Wir haben ein Problem mit der erodierenden Zahlungsmoral und werden uns in den nächsten Jahren darum kümmern, diese zu verbessern", sagt er im HORIZONT-Interview. Zum einen will die ARD durch das Programm überzeugen, zum anderen aber auch den Druck erhöhen. „Wir werden beides machen, uns aber darauf konzentrieren, die Akzeptanz der Programme zu verbessern." Rund 7,2 Milliarden Euro standen den ARD-Anstalten und dem ZDF 2007 zur Verfügung. Zum Vergleich: Netto erwirtschaftete das Fernsehen im gleichen Jahr laut Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) Werbeeinnahmen von rund 4,2 Milliarden Euro.

Die gerade in Kraft getretene Gebührenerhöhung von 95 Cent im Monat auf 17,98 Euro liegt jedoch unter dem, was die öffentlich-rechtlichen Sender gefordert haben. Hinzu kommt, dass die Zahl der Gebührenzahlenden in wirtschaftlich schlechten Zeiten tendenziell sinkt, weil eine Befreiung von den Gebühren aus sozialen Gründen möglich ist. WDR-Intendantin Monika Piel hat bereits angekündigt, in der nun laufenden Gebührenperiode bis 2012 rund 100 Millionen Euro Fehlbetrag anzuhäufen.

Entsprechend kündigt Boudgoust schon eine Sparrunde bei den neun Anstalten an, die zum ARD-Verbund gehören: „Wir müssen uns alle nach der Decke strecken und in Zukunft viel einsparen". pap

Das ganze Interview in HORIZONT 1-2/2009 vom 8. Januar 2009.
Meist gelesen
stats