ARD-Vorsitzende Monika Piel will im Internet mit Verlagen kooperieren

Montag, 03. Januar 2011
Monika Piel ist seit 1. Januar neue Vorsitzende der ARD
Monika Piel ist seit 1. Januar neue Vorsitzende der ARD

Die neue ARD-Vorsitzende Monika Piel kann sich eine gemeinsame Plattform für Qualitätsinhalte mit den Verlagen vorstellen. An kostenlosen Angeboten für mobile Endgeräte wie der umstrittenen Tagesschau-App will die Intendantin des WDR allerdings festhalten, solange die Verlage ihre Apps ebenfalls umsonst anbieten. "Wenn es die Verleger schaffen, alle ihre Apps kostenpflichtig zu machen, werde ich mich in der ARD dafür einsetzen, dass auch wir Geld verlangen", sagt Piel. Generell signalisiert die neue ARD-Vorsitzende im Interview mit dem "Handelsblatt" allerdings Kooperationsbereitschaft mit den Verlagen: "Ich kann mir gemeinsame Plattformen vorstellen, um unsere Inhalte zu vermarkten. (...) Es ist vieles denkbar, wenn wir uns mit den Verlegern auf diesem Gebiet endlich zusammenschließen."

Die Frontlinie verläuft für Piel nicht zwischen den privaten und den öffentlich-rechtlichen Anbietern, sondern zwischen Qualitätsmedien und internationalen Internet- und Technikkonzernen wie Google und Apple: "Wir sollten das Online-Geschäft nicht nur den multinationalen Konzernen überlassen", mahnt die Intendantin. Auch über eine Kooperation mit der Mediengruppe RTL und Pro Sieben Sat 1 im Internet sei man "in guten Gesprächen", müsse allerdings die kartellrechtliche Prüfung der geplanten Fernsehplattform im Internet abwarten.

Als eine der wichtigsten Herausforderungen ihrer zweijährigen Amtszeit als ARD-Vorsitzende sieht Piel den zunehmenden Sparzwang innerhalb der ARD. So soll durch eine verstärkte Zusammenarbeit der Runkfunkanstalten beispielsweise im Produktionsbereich Geld gespart werden. Zudem fordert Piel eine Diskussion über die Kernaufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: "Wir müssen künftig eine Grundsatzdebatte führen, was zum Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehört. " dh
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