ARD-Programmdirektor Herres: "'Im Angesicht des Verbrechens' ist nicht gescheitert"

Freitag, 19. November 2010
Russin Jelena (Alina Levshin) träumt von Berlin
Russin Jelena (Alina Levshin) träumt von Berlin
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Heute abend endet vorzeitig Dominik Grafs hochgelobtes Epos "Im Angesicht des Verbrechens". Die Serie, die im russischen Mafiamillieu in Berlin spielt, hat mit den ersten sieben Teilen etwas mehr als 2 Millionen Zuschauer geholt. Zu wenig, entschied das Erste und zieht die letzten drei Folgen zu einem TV-Marathon zusammen, der heute um 21.45 Uhr beginnt. Dass die Quoten nicht höher lagen, dürfte auch am Sendeplatz gelegen haben. Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, erklärt in HORIZONT.NET, warum sie am Freitag Abend programmiert wurde.
Volker Herres
Volker Herres
Wie lautet Ihre Analyse zum Scheitern von "Im Angesicht des Verbrechens"?
Natürlich haben wir uns ein größeres Publikum im Ersten erhofft, doch das heißt im Umkehrschluss nicht, dass "Im Angesicht des Verbrechens" gescheitert ist. Mehr als zwei Millionen Zuschauer im Schnitt sind ein respektables Ergebnis angesichts der sehr komplexen Geschichte und der ungewöhnlichen Machart der Serie.

Warum hat das Erste als Sendeplatz den Freitagabend ausgewählt? Ist der Freitag für ein serielles Format nicht ein ungeschickter Wochentag?
Weil Freitag, 21.45 Uhr ein gelernter Krimi-Sendeplatz ist. Die "Tatort"-Wiederholungen laufen dort seit Jahren erfolgreich.

Die Reihe lief erst um 21.45 Uhr? Zuschauer anderer Sender, vor allem die jüngeren, zu dieser Zeit zum Wechsel zu bewegen, dürfte nicht gerade einfach sein. 
"Im Angesicht des Verbrechens" wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle ab 16 Jahren freigegeben, daher kam ein Sendeplatz um 20.15 Uhr nicht in Frage.

Gab es begleitende Werbung für die Reihe? Die positiven Kritiken lagen bis zum Ausstrahlungszeitpunkt ja schon über ein halbes Jahr zurück.
Für die Ausstrahlung im Ersten wurden Anzeigen in Programmzeitschriften und Tageszeitungen sowie online geschaltet. Zudem wurde bundesweit ein Trailer in den besucherstärksten Kinos eingesetzt. Interview: pap

"Im Angesicht des Verbrechens" läuft heute um 21.45 Uhr im Ersten. Die bisherigen Folgen sind abrufbar in der ARD-Mediathek.
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