ARD-Programmchef Herres lästert über RTL

Donnerstag, 02. Dezember 2010
Herres wettert gegen Niveau
Herres wettert gegen Niveau

ARD-Programmdirektor Volker Herres nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit Blick auf die Quotenerfolge des privaten Konkurrenten RTL sagte und twitterte Herres auf der gestrigen Pressekonferenz: "RTL hat deutliche Zuwächse, aber mit welchem Programm? Das bewegt sich zwischen banal und anal". Der scheidende ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust legte nach: „Wir werden nicht jeden Limbo unter der niedrigsten Niveau-Meßlatte mittanzen." Die im üblichen Geplänkel zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern ungewohnt harten Worte dürften auch die Nervosität widerspiegeln, die bei der ARD angesichts der aktuellen Quotenentwicklung aufkommt. Im November liegt RTL im Gesamtpublikum bei 15,3 Prozent - und damit um satte 3,1 Prozentpunkte vor dem Ersten. Im Gesamtjahr 2010 könnte RTL das Gemeinschaftsprogramm der ARD erstmals überholen.  Bis Mitte November lag RTL im Jahrestrend mit 13,6 Prozent Marktanteil bei den ab 3-Jährigen um 0,4 Prozentpunkte vor der ARD.

Den starken Zuwachs - 2009 kam RTL im Schnitt noch auf 12,5 Prozent - hat der Sender vor allem der veränderten Nachmittagsschiene zu verdanken, die mit gescripteten Formaten an manchen Tagen sogar an der 30-Prozent-Marke kratzt. Sendungen wie "Familien im Brennpunkt" und "Die Schulermittler" sind jedoch umstritten, weil sie real anmuten und sich fast ausschließlich krawalligen Themen im Unterschichtenmilieu widmen.

Laut Express.de reagiert RTL gelassen: "Zum kreativen Wortspiel von Herrn Herres fällt uns H.G. Wells ein, der sagte: Moralische Entrüstung ist Neid mit einem kleinen Heiligenschein". Der1866 geborene englische Schriftsteller Herbert George Wells ist ein Pionier der Science-Fiction-Literatur und hat Romane wie "Der Krieg der Welten" verfasst. pap
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