ARD-Onliner lehnen Kompromiss mit Verlegern ab

Montag, 06. Februar 2012
Portale von ARD und ZDF sollen auf TV- und Radio-ähnliche Darstellungsformen setzen
Portale von ARD und ZDF sollen auf TV- und Radio-ähnliche Darstellungsformen setzen


Der Entwurf einer gemeinsamen Erklärung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der Zeitungsverleger sorgt innerhalb der ARD für Unmut. Die Redaktionskonferenz Online (RKO), in der sich die Online-Verantwortlichen der ARD-Sender abstimmen, hat den Entwurf "ungewöhnlich deutlich" abgelehnt, berichtet der "Spiegel". Der Text der gemeinsamen Erklärung geht den Online-Verantwortlichen demnach deutlich zu weit. Nach dem Entwurf würden ARD und ZDF auf eine eigenständige textliche Berichterstattung weitgehend verzichten und damit einer Kernforderung der Zeitungsverleger nachkommen. Die RKO befüchtet "weitreichende negative Auswirkungen und Eingriffe in den Bestand und die Entwicklung" der ARD-Online-Angebote. 

Auch die Redakteursausschüsse von ARD und ZDF warnen die ARD-Vorsitzende Monika Piel laut "Spiegel" vor einem Kompromiss, "der die Zukunft von ARD und ZDF im Internet gefährde".

Mit dem Kompromiss soll der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen den Öffentlich-Rechtlichen und den Verlegern befriedet werden, die in den Internet-Aktivitäten von ARD und ZDF eine unlautere Konkurrenz für ihre eigenen Online-Portale sehen. Der Entwurf sieht vor, dass ARD und ZDF "bei der inhaltlichen und gestalterischen Anmutung ihrer Telemedien den Schwerpunkt in fernseh- und hörfunkähnlichen Angeboten setzen", während bei den Inhalten der Verleger "Text und Foto" im Mittelpunkt stehen. Textangebote der Öffentlich-Rechtlichen im Internet und bei Apps sollen fortan so gestaltet sein, dass sie "kein funktionales Äquivalent zu den text-/fotogeprägten Angeboten der Zeitungen darstellen". dh
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