ARD: Herres sieht gute Chancen für Anne Will

Mittwoch, 05. Januar 2011
ARD-Programmdirektor Volker Herres
ARD-Programmdirektor Volker Herres

Nachdem sich noch vor Weihnachten mehrere Rundfunkräte und auch Talkerin Anne Will kritisch zur neuen Abendschiene der ARD geäußert haben, meldet sich nun erneut ARD-Programmdirektor Volker Herres zu Wort. Mit der Entscheidung, die Talks weitgehend einheitlich auf 22.45 Uhr nach den "Tagesthemen" zu verlegen, habe man einen guten Kompromiss gefunden. "Wenn alle gleichermaßen zufrieden oder unzufrieden sind, dann weist das meist darauf hin, dass er ausgewogen ist", sagt er im Interview mit HORIZONT.  Zu der Kritik an dem Sendeschema sagt Herres: "Schema-Diskussionen sind, wenn ich das generell so sagen darf, immer etwas schwierig, weil diese Debatten gern nach dem Grundsatz geführt werden: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass." Er sieht gute Chancen für Anne Will auf ihrem ab Herbst gültigen Sendeplatz mittwochs um 22.45 Uhr zu reüssieren. Sie muss den Sonntagabend für RTL-Moderator Günther Jauch räumen, der künftig auch im Ersten talken darf. Der Mittwoch sei ein guter Platz für einen politischen Talk. "Anne Will hat dort ein Gegenprogramm, gegen das sie sehr erfolgreich sein kann", so Herres.

Viele hatten kritisiert, dass Will spät talkt, während ihr WDR-Kollege Frank Plasberg mit "Hart aber fair" auf einen früheren Platz rutscht und zwar auf Montag, 21 Uhr. "Dabei wird verkannt, dass die Formel 'Früherer Sendeplatz gleich besserer Sendeplatz' nicht automatisch stimmt", sagt Herres. Der Montagabend sei ein extrem schwieriger Sendezeitpunkt.

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Das komplette Interview mit Volker Herres erscheint in HORIZONT-Ausgabe 01/2011, die am 6. Januar 2011 erscheint.

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Auch die neue ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel hat sich in mehreren Interviews zum Programmschema und der Extrawurst, die die Anstalten für Plasberg braten, geäußert. In der "Frankfurter Rundschau" betont sie wie Herres die Schwierigkeiten des neuen Sendeplatzes mit den Worten: "Der Montag wird für Plasberg eine Riesenherausforderung. Wir als WDR haben den größten Preis gezahlt." In der "TAZ" klingt Piel dagegen schon erfreuter. Auf die Frage, ob ihre Personalunion als ARD- und WDR-Chefin geholfen habe, Plasberg auf seinen neuen Sendeplatz zu heben, antwortet sie "Natürlich." pap
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