AOL verkauft ICQ an russische Internetfirma

Donnerstag, 29. April 2010
AOL-Chef Tim Armstrong
AOL-Chef Tim Armstrong
Themenseiten zu diesem Artikel:

AOL ICQ Russland Deutschland DST Ausverkauf Tim Armstrong


Der Ausverkauf bei AOL geht weiter. Der einstige Internet-Riese, der in Deutschland Anfang des Jahres dicht machte, stößt nun auch seinen Chat-Dienst ICQ ab. Wie das Unternehmen mitteilt, wird der russische Konzern Digital Sky Technologies Limited (DST) den Instant-Messaging-Service übernehmen. Der nach eigenen Angaben größte Internet-Konzern Russlands legt für die AOL-Marke 187,5 Millionen Dollar auf den Tisch. AOL-Chef Tim Armstrong begründet den Verkauf mit den Restrukturierungsbemühungen des Konzerns. Der Umsatz des angeschlagenen Portalanbieters war im 1. Quartal 2010 wegen gesunkener Einnahmen aus dem Online-Anzeigengeschäft um 23 Prozent auf 664,3 Millionen Dollar gesunken. Armstrong zeigte sich zuversichtlich, dass ICQ bei dem russischen Unternehmen gut aufgehoben sei. DST ist unter anderem an Facebook, Zynga und GroupOn beteiligt.

AOL hatte den 1996 von der israelischen Firma Mirabilis gestarteten Dienst 1998 übernommen. Der Chat-Dienst ist in 16 Sprachen verfügbar und hat laut Unternehmensangaben weltweit monatlich mehr als 32 Millionen Besucher.

"Mit der Übernahme von ICQ wollen wir unser Geschäft in Russland und Osteuropa stärken", kommentiert Yuri Milner, CEO von DST, die Akquisition. Der starke Markenname und die loyale Nutzerschaft seien eine "attraktive Gelegenheit", die Position in dieser Region auszubauen. mas
Meist gelesen
stats