AOL schluckt Web-Community Bebo

Freitag, 14. März 2008
AOL-CEO Randy Falco (li.) und COO Ron Grant mit Bebo-Chefin Joanna Shields
AOL-CEO Randy Falco (li.) und COO Ron Grant mit Bebo-Chefin Joanna Shields
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Google und Rupert Murdoch´s News Corporation haben es mit Youtube und Myspace vorgemacht, jetzt zieht AOL nach. Der Portalbetreiber übernimmt das britische Social Network Bebo.com. Für die 2005 gegründete Community-Site, die nach eigenen Angaben weltweit rund 40 Millionen Mitglieder hat, legt AOL 850 Millionen Dollar auf den Tisch. Eine Investition, die sich nach Ansicht von CEO Randy Falco auszahlen wird. Bebo ist eigenen Angaben zufolge eine der größten und am schnellsten wachsenden Web-Netzwerke in Großbritannien und die Nummer 3 im hart umkämpften US-Markt. In Irland und Neuseeland sieht sich Bebo sogar als Marktführer. Falco bezeichnet das Web-Netzwerk als "ideale Ergänzung" für die bereits bestehenden Angebote des Unternehmens. Die Akquisition versetzte AOL in die Lage, im Bereich der Social Networks eine "führende Position" einzunehmen. Laut Unternehmensangaben summiert sich die Mitgliederzahl aller Social Network-Angebote von AOL nun auf rund 80 Millionen.


Zudem hofft Falco, dass AOL durch die Akquisition stärker als bislang vom wachsenden Markt für Onlinewerbung auf Social Networks profitieren kann. Die Übernahme ermögliche es dem Unternehmen, Werbkunden eine größere Reichweite sowie signifikante Einblicke in die individuellen Wünsche der Verbraucher anzubieten, so Falco. Nach den Analysen des US-Marktforschers E-Marketer sollen die Ausgaben für Werbung auf sozialen Netzwerken bis 2011 auf weltweit 4,1 Milliarden Dollar anwachsen. Im Jahr 2006 waren es lediglich 480 Millionen Dollar. Für 2008 wird ein Wachstum von 75 Prozent auf  2.1 Milliarden Dollar erwartet.

Bei Bebo haben User wie bei anderen Network-Sites die Möglichkeit, eigene Inhalte wie Bilder und Videos einzustellen. Die Plattform differenziert sich von den Wettbewerbern allerdings dadurch, dass auch Medienunternehmen die Möglichkeit haben, Premium-Content auf der Plattform anzubieten. Wegen des hohen Anteils von Original-Content sieht sich die Plattform daher auch eher als Social Media Network.

Bebo-Chefin Joanna Shields wird auch nach der Übernahme an Bord bleiben und sich um die Weiterentwicklung der Community unter dem Dach von AOL kümmern. Shields berichtet an Ron Grant, der bei AOL das operative Geschäft verantwortet.
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