AOL nimmt vorerst keine Flatrate-Kunden mehr an

Mittwoch, 09. Mai 2001

Der weltweit führende Onlinedienst AOL will in Deutschland vorerst keine weiteren Kunden für die schmalbandige Flatrate annehmen. Nach Angaben von Unternehmenssprecher Jens Nordlohne hat diese Maßnahme jedoch ausschließlich technische Gründe. "Wir müssen das Netzwerk ausbauen, um den enormen Kundenansturm bewältigen zu können", so Nordlohne im Gespräch mit HORIZONT.NET. AOL habe nach der Einstellung der schmalbandigen Flatrate von T-Online seit März dieses Jahres einen enormen Kundenzustrom bewältigen müssen, so Nordlohne.

Obwohl das Geschäft mit der Flatrate derzeit noch als Verlustgeschäft gilt, will AOL an dem Pauschaltarif festhalten. "Wir bleiben definitiv bei der Flatrate", betont Nordlohne. AOL begreife die Flatrate als "Investition in die Zukunft und Kundenbindungsmaßnahme", die sich letzten Endes wieder auszahlen werde, so der Sprecher. Noch in diesem Jahr will AOL wieder Neukunden für die Flatrate aufnehmen.

Rückendeckung erhofft sich AOL offenbar von Seiten der Politik. Der Parteitag der FDP am vergangenen Wochenende habe gezeigt, dass auch die deutschen Parteien eine echte Flatrate wollen. Es sei zudem auch kaum vorstellbar, dass Deutschland in Sachen Flatrate hinter Staaten wie Portugal, Großbritannien, Spanien und Frankreich hinterherhinke. Die Deutsche Telekom werde sich dem Druck letztlich beugen und bei dem derzeitigen Angebot für eine Großhandelsflatrate nachbessern müssen, hofft Nordlohne.

Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) hatte im vergangenen November die Telekom zur Großhandelsflatrate verdonnert. Das von der Telekom in Folge vorgelegte Angebot geht den Onlinediensten aber nicht weit genug. Für einen Anschluss mit 30 Kanälen müssen die Unternehmen immerhin 4800 Mark an die Telekom zahlen.
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