AOL attackiert Deutsche Telekom weiter wegen Internet-Praxis

Montag, 22. Februar 1999

AOL Deutschland sieht sich in seiner Ansicht bestätigt, daß die Deutsche Telekom ihre marktbeherrschende Stellung im deutschen Telekommunikationsmarkt weiter unzulässig ausnutzt. Nach einem Bericht des "Spiegel" beabsichtigt die Telekom, unter anderem Zukunftstechnologien wie den neuen Hochgeschwindigkeits-Zugang ADSL zunächst nur über ihren Online-Dienst T-Online anzubieten. Rivale AOL hält eine solche Diskriminierungspraxis gegenüberden anderen Online- und Internet-Diensten für unzulässig. AOL-Sprecher Frank Sarfeld: "Wir prüfen,ob dieser erneute Versuch der Telekom, den Wettbewerb weiter zu verzerren, in die bereits bei der EU-Kommission anhängige Beschwerde von AOL Europe aufgenommen werden kann." Ende vergangener Woche hatte die EU-Kommission aufgrund einer AOL-Beschwerde ein Verfahren gegen die Deutsche Telekom wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen bei Online-Diensten eingeleitet. Untersucht werden soll vor allem das neue Gebührenmodell, wonach T-Online ab 1. April nur noch 6 Pfennig pro Internet-Minute inklusive Netzzugang verlangt. Darüber hinaus hat die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation inzwischen die Telekom aufgefordert, ihre Pläne zu T-Online offenzulegen. Sie will vor allem wissen, ob und inwieweit die Telekom auch den Kunden anderer Service-Provider den unmittelbaren Zugang zum Internet diskrimierungsfrei anbietet.
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