AOL-Time-Warner-Chef Levin fordert günstige Flatrate für Deutschland

Montag, 09. Juli 2001

Im Kampf für eine günstigere Großhandelsflatrate haben die deutschen Internet-Provider jetzt prominente Schützenhilfe bekommen. Auf einem Wissenschaftsforum der SPD in Hamburg hat Gerald Levin, Chef von AOL Time Warner, die deutsche Politik und Wirtschaft aufgefordert, deutlich günstigere Internet-Zugänge anzubieten.

Deutschland sei zwar ein sehr technologiefreundliches Land, doch im elektronischen Handel laufe die Bundesrepublik Gefahr, wegen der teuren, zeitgebundenen Zugangskosten im europäischen und weltweiten Vergleich weit zurückzufallen, warnt Levin. Kritisch äußerte sich Levin zum Verhalten der Deutschen Telekom, die dazu gebracht werden müsse, allen Internet-Anbietern eine auf den tatsächlichen Kosten basierende und kapazitätsorientierte Flatrate anzubieten.

Derzeit bietet die Telekom den Internet-Providern zwar eine so genannte Großhandelsflatrate an. Diese wird von Experten aber als zu teuer kritisiert. Selbst die Telekom-Tochter T-Online hatte wegen des Verlustgeschäfts im Bereich der schmalbandigen Flatrate im März 2001 das Angebot eingestellt und bietet seitdem nur noch den breitbasndigen DSL-Pauschaltarif an. Mitbewerber wie AOL und Arcor halten derzeit zwar noch an den Flatrate-Angeboten fest, kämpfen aber seit geraumer Zeit für ein Einlenken der Telekom.
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