AOL Europe will bis 2002 zehn Millionen Haushalte online bringen

Mittwoch, 17. März 1999
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Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als neuer President und CEO von AOL Europe stellte Andreas Schmidt eine Mehrmarken-Strategie vor, die das Unternehmen bis zum Jahr 2002 in allen europäischen Ländern zum führenden Online-Dienst und der Nummer 1 der Internet-Portale machen soll. Laut Schmidt will AOL Europe bis dahin zehn Millionen Haushalte mit einem Online-Zugang versorgen. Im Rahmen der neuen Mehrmarken-Strategie soll verstärkt in den Ausbau der beiden Marken AOL und Compuserve investiert werden. Die beiden Online-Dienste, die in Europa zusammen über 2,6 Millionen Mitglieder zählen, bleiben aber weiterhin eigenständige Marken, erklärte Schmidt. AOL sei als familienorientierter Dienst im Massenmarkt etabliert, während sich Compuserve stärker auf Unternehmens- und Geschäftskunden konzentriere. Damit widerlegte Schmidt anderslautende Pressemeldungen, die kürzlich über eine Zusammenlegung von AOL und Compuserve berichtet hatten. Schmidt kündigte weiterhin eine neue Portal-Site-Strategie an. Ziel sei es, einen wesentlichen Anteil des für das Jahr 2003 prognostizierten europäischen Online-Werbeaufkommens von 2,77 Milliarden Dollar für sich zu gewinnen. Dafür sollen die Modelle der amerikanischen Portal-Sites AOL.com und Compuserve.com nach Europa gebracht werden. Unter dem Namen AOLCenter und CompuserveCenter sollen in den jeweiligen Ländern mit lokalen Inhalten die jeweiligen Zielgruppen erreicht werden. Auf Basis der Netscape-Technologie werde man den Usern Web-Sites anbieten, die jeder individuell seinen Ansprüchen anpassen könne. Ergänzt werde das Angebot durch E-Commerce, Suchfunktionen sowie AOL-Anwendungen wie Instant-Messenger und NetMail. Schmidt bekräftigte weiterhin nochmals seine Kritik an den seiner Meinung nach künstlich hohen Telefongebühren in Europa: "Zur Beschleunigung der Online-Entwicklung müssen wir die Gebührenzähler abschaffen. Sie treiben die Kosten für die Verbraucher in die Höhe und verlangsamen die Entwicklung." Er plädiert für einen wie in den USA üblichen Pauschaltarif für Ortsgespräche und Online-Verbindungen.
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