AGF will ab 2013 auch Bewegtbildinhalte im Internet messen

Donnerstag, 29. September 2011
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Die Messung von Bewegtbildangeboten im Internet rückt näher: Ab 2013 möchte die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) mit dem Regelbetrieb starten, sagt Vorstandsvorsitzender Martin Berthoud gegenüber HORIZONT.NET am Rande des AGF-Forums in Frankfurt. Aktuell werden noch verschiedene methodische und messtechnische Ansätze geprüft. "Unser Ziel ist die Schaffung einer Single Source-Währung für lineare und nicht-lineare TV-Angebote", erklärt Robert Schäffner, Leiter der AG Streaming der AGF. Diese müsse zeitbasiert sein und die Nutzung auf verschiedenen Endgeräten beinhalten, "wobei gleichzeitig der Beitrag der verschiedenen Geräteplattformen identifizierbar bleibt", so Schäffner.

Für die Onlinemessung soll kein komplett neues System eingeführt werden, damit eine Vergleichbarkeit mit dem linearen AGF-Fernsehpanel möglich ist. Nutzungszeit, Sehbeteiligung, Soziodemographie und die Unterscheidung von Programm und Werbung soll auch bei der Messung von Bewegtbild im Internet möglich sein, erklärt Schäffner.

Allerdings stehe die AGF derzeit noch vor einigen Herausforderungen: An einer Messtechnik, die auch die Nutzungszeit abbilden kann, wird derzeit gearbeitet. Für die Online-Nutzungsdatenbank brauche es einen neuen Sendestamm, neben der Sehbeteiligung müssten neue Metriken erarbeitet werden. Da die Fallzahlen zur Onlinenutzung im AGF-Fernsehpanel zu gering sind, denkt die AGF auch über den Kauf von externen Daten nach - hier ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen. Ebenfalls unklar ist bislang, wie die beiden Panels fusioniert werden können und wie die Nutzung auf weiteren Plattformen neben dem PC (zum Beispiel Smartphones, Tablets und HbbTV) gemessen werden kann.

Ein weiteres Thema auf dem Jahrestreffen der AGF ist die Abbildung von Pay-TV-Haushalten. Die methodische Voraussetzung hierzu ist nun geschaffen. Basis ist eine repräsentative Studie zur Ermittlung des Potenzials von TV-Haushalten mit Zugang zu Pay-TV-Plattformen wie Sky oder Entertain.

Auch an der Erfassung der IPTV-Nutzung arbeitet die AGF. "Aktuell testen wir verschiedene Audio-Matching-Systeme", erklärt Karin Hollerbach-Zenz, stellvertretende Vorsitzende des AGF-Vorstands. "Damit gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in die Ergänzung der aktuellen Messung linearer TV-Angebote." Beim Audio-Matching werden die Audiosignale des TV-Programms im Haushalt mit denen von Referenzsendern in einer Zentrale verglichen. sw
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