AGF startet Ausweisung von IPTV

Mittwoch, 27. Juni 2012
Martin Berthoud, Vorstandsvorsitzender der AGF
Martin Berthoud, Vorstandsvorsitzender der AGF

Es tut sich was bei der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF): Ab 1. August wird auch die Nutzung von IPTV, also internetbasiertem Fernsehen, ausgewiesen. Dieses wurde bislang im AGF-Panel nicht berücksichtigt. Nun wird IPTV als vierte Empfangsebene neben Kabel, Satellit und Terrestrik (DVB-T) eingeführt. Derzeit nutzen 3,1 Prozent aller deutschen Haushalte Fernsehen via Internet. Gemessen wird IPTV nicht wie die übrigen Ebenen über TC Score, sondern über Audiomatching, also den Abgleich der Audiosignale des genutzten Senders mit zentral erfassten Referenzsendern. Der Haushalt kann dabei seine bereits installierten Geräte wie Fernseher und Receiver inklusive Fernbedienung behalten, es wird lediglich ein extra UMX-Messgerät zugeschaltet, über das die Panelteilnehmer sich und Gäste anmelden.

"Die Einführung der neuen Messtechnik Audiomatching ermöglicht die Messung weiterer Verbreitungswege, darunter IPTV", so Martin Berthoud, Vorstandsvorsitzender der AGF. "Damit leisten wir einen ersten Schritt auf dem Weg zur Ausweisung IP-basierter Services." Momentan werden mit Audiomatching etwa 280 Sender erfasst, inklusive aller Sender, Senderfamilien und Lizenzsender der AGF-Mitglieder ARD, ZDF, Pro Sieben Sat 1 und Mediengruppe RTL. Mit den zusätzlichen Informationsquellen AV Source Tracker und IR-Sampler soll vermieden werden, dass bei Parallelausstrahlungen von Sendungen wie der „Tagesschau“ auf mehreren Kanälen (Simulcast) der falsche Sender ermittelt wird.

Mit der Umstellung gehen einige weitere Änderungen einher: Die Panelgröße wird von 5100 auf 5000 verkleinert, auch weil die bisher ausgewiesenen Ballungsräume wegfallen. Das Anwerbungs- und Nachrekrutierungsverfahren wird leicht verändert.

Ab 2013 will die AGF damit beginnen, Streaming und Onlinemedia auszuweisen. Dafür laufen derzeit erste Tests mit USX-Sticks, die mittels Audiomatching die Nutzung von IP-Services und Tunerkarten am PC – und damit auch von Mediatheken – messen können. Aktuell sind 100 Sticks in der Messung, in einer ersten Teststufe sollen es 400 werden. Dabei ist das Projektziel, die Überschneidung von klassischem TV und der Fernsehnutzung am PC genauer zu untersuchen und die Ergebnisse gegebenenfalls als Bindeglied für eine Fusion mit einem separaten Onlinepanel zu nutzen. Dies könnte ab 2014 spruchreif werden. sw
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