AG.MA und BVDW sprechen über gemeinsame Web-Radiowährung

Freitag, 08. Oktober 2010
Sieht Handlungsbedarf bei der Entwicklung einer Webradio-Währung: FFH-Chef Hans-Dieter Hillmoth
Sieht Handlungsbedarf bei der Entwicklung einer Webradio-Währung: FFH-Chef Hans-Dieter Hillmoth

Die zunehmende Nutzung von Radiosendern über das Internet bringt Schwung in die Überlegungen, diese adäquat zu erfassen. Sowohl auf Seiten der klassischen Radioanbieter, die via AG.MA hinter der die Radio MA stehen, als auch auf Seiten der reinen Online-Player, die im September im Rahmen des BVDW ein sogenanntes „Lab für Audio und Radio im Internet“ gegründet haben. Auf dem Radioday wurden zwischen Vertretern der AG.MA und des BVDW nun vereinbart, künftig bei der Weiterentwicklung einer Radionutzungswährung zusammenzuarbeiten. Hans-Dieter Hillmoth erkennt bei dem Thema eine gewisse Dringlichkeit: „Auch wenn die Umsätze mit Webradios noch gering sind, zählt deren Nutzung zu den Wachstumssegmenten“, sagt der Geschäftsführer Radio/Tele FFH und des Digitalradio-Konsortiums Digital 5. „Deshalb brauchen wir dringend eine Webradiowährung, die jedoch auf den etablierten und akzeptierten Standards der Ukw-Sender aufsetzt.“ Zur Vermarktung brauche man eine glaubhafte Währung, eine Kakophonie unterschiedlicher Stimmen sei nicht hilfreich.

Dieter K. Müller, Direktor Forschung & Service der ARD-Werbung Sales & Services und Vorstandsmitglied der AG.MA, verweist auf Gespräche, die die AG.MA bereits mit der Agof führe, um die Nutzungsmessung weiterzuentwickeln. Insgesamt solle man jedoch nicht die Augen davor verschließen, dass die Nutzung der Webradios zurzeit im Vergleich zu Ukw-Sendern noch marginal sei. So hörten nur 4 Prozent der Onliner täglich im Internet Radio, die Tagesreichweite aller Webcast-Radios liege bei 378000. Dennoch - so RMS-Marktforscherin Henriette Hoffmann - seien bei der aktuellen MA-Radio-Welle, die im Frühjahr 2011 veröffentlicht werde, bereits Fragen zur Webradio-Nutzung integriert worden.

Der Leiter des Labs „Audio Radio on Web“ im BVDW, Rainer Henze, freut sich bei den nun beginnenden Gesprächen mit der AG.MA auf einen „gemeinsamen, offenen und konstruktiven“ Austausch. „Im Moment sind wir im BVDW-Lab ,Audio Radio on Web’ dabei, mit allen Marktteilnehmern Rahmenbedingungen zu definieren und Ziele für aussagekräftige Reichweitendaten zur Abbildung der Audio- und Radionutzung im Web abzustimmen“, sagt Henze. Wie schnell die Gespräche zu konkreten Ergebnissen führen, ist allerdings offen – und nicht zuletzt eine Frage der Bereitschaft aller Beteiligten, für den zusätzlichen Forschungsaufwand Geld in die Hand zu nehmen. joz
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