AG.MA plant Einsatz von Media Scannern als Ergänzung zum Ad Impact Monitor

Donnerstag, 05. August 2010
Die AG.MA wertet die Print-MA auf
Die AG.MA wertet die Print-MA auf

Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) bereitet derzeit den Einsatz von Media Scannern in der Print-MA vor. Mit diesen Geräten sollen die befragten Leser jede Nutzung einer Zeitung oder Zeitschrift durch das Scannen des Barcodes auf der Titelseite festhalten. Dabei werden Name und Ausgabe des Titels sowie der Zeitpunkt des Lesebeginns registriert. Das Ende der Mediennutzung markiert der Rezipient durch das Drücken eines Knopfes. Der Scanner, der ungefähr so klein ist wie ein Schlüsselanhänger, stellt für die AG.MA einen echten Meilenstein dar. Denn es liefert präzise Nutzungsinformationen, die mit einer reinen Befragung nicht erhoben werden können - zu ungenau können Rezipienten ihre Mediennutzung auf Basis ihrer Erinnerung rekonstruieren. Der Scanner schafft Abhilfe und gibt beispielsweise Antworten auf die Fragen, wie oft und wie lange eine Ausgabe gelesen wird. Außerdem geben Informationen zur Tageszeit und Wochenphase der Mediennutzung Aufschluss über die Nähe zur typischen Einkaufszeit.

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Mehr zur Print-MA der AG.MA lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 31/2010, die am heutigen Donnerstag erscheint.

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Nach Angaben von Wilfried Wenzel, Marktforscher Zeitschriften der AG.MA, hat das Projekt bereits einige methodische Hürden genommen. Im Herbst wollen die Gremien über das weitere Vorgehen abstimmen. Die Diskussion innerhalb der AG.MA wird sicher nicht reibungslos ablaufen, denn die Vertreter der konkurrierenden Gattungen TV, Radio und Online haben bereits ihren Widerstand angekündigt. Kein Wunder, denn die detaillierten Nutzungsinformationen könnten dem gedruckten Medium einen deutlichen Schub verleihen. Wenn die Verlagsvertreter das Scanner-Projekt im Herbst trotz der Opposition durchsetzen, können die Geräte erstmals bei der Befragungswelle im Frühjahr 2011 zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse liegen dann zur MA 2012/I vor.

Dabei stellt das Media-Scanner-Projekt der AG.MA keine Konkurrenz zur Studie Ad Impact Monitor des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) dar, in der mithilfe von RFID-Chips ebenfalls genaue Daten zur Printnutzung erhoben werden. AG.MA-Marktforscher Wenzel sieht darin vielmehr eine Ergänzung, da sich die Ergebnisse beider Studien kombinieren lassen. Daher führen VDZ und AG.MA derzeit Gespräche. Die Verlage dürfte diese Kooperation optimistisch stimmen, denn damit könnten sie ihre "massiven Vermarktungsprobleme", wie es Group-M-Manager Boris Schramm jüngst im HORIZONT-Interview formuliert hat (Ausgabe 15/2010), zu einem großen Teil beheben. bn

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