AG.MA-Mitgliederversammlung: Tageszeitungen werden nicht mit CATI erhoben

Donnerstag, 26. November 1998

Auf der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) kam es zu einer überraschenden Wende. Die Mitglieder haben – bei zwei Enthaltungen – beschlossen, daß zur Erstellung eines Basisdatensatzes "unverzüglich eine Basisdatenerhebung ... realisiert wird, sobald die dafür erforderliche Finanzierung sichergestellt ist". Die entsprechenden Gremien der AG.MA wurden mit dieserAufgabe beauftragt. Noch vor ein paar Tagen hatte man befürchtet, daß die Entscheidung der Printmedien, den Basisdatensatz nicht mitfinanzieren zu wollen, die Reform der AG.MA zum Scheitern bringenkönnte. Der Umschwung hat zwei Gründe: Die Tageszeitungen haben sich zum einen entschlossen, sich nicht - wie der Hörfunk - per Telefoninterviews (CATI) erheben zu lassen. Der Wegfall der 50.000 Fälle aus der elektronischen Tranche verlangt von den Tageszeitungen ein neues Modell: Die Verlage wollen künftig 13.000 zusätzliche Fälle pro Jahr für eine eigene Reichweitenerhebung finanzieren. Damit stünden den Tageszeitungen jährlich 39.000 Fälle (inklusive der 26.000 Fälle aus der Printtranche) zur Verfügung. Hintergrund ist die Schaffung eines neuen Tageszeitungsdatensatzes für das Jahr 2000. Das Modell, das noch von den AG.MA-Gremien geprüft und genehmigt werden muß, sieht die Schaffung eines Tageszeitungsdatensatzes vor, der – mit einer Drei-Jahres-Aktualität – 117.000 Fälle (dreiMal 39.000 Fälle) umfassen soll. Offen ist noch, woher die 13.000 Fälle kommen sollen: Eine Eigenerhebung der Tageszeitungen würde die TZ-Verlage rund 750.000 Mark pro Jahr kosten. Würden die Reichweiten der Tageszeitungen in der angedachten Basisdatenerhebung, die ebenfalls auf 13.000 Fällen basiert, miterhoben, wäre auch das Problem der noch klaffenden Finanzierungslücke geklärt. Von seitender Tageszeitungen wäre dann mit rund 850.000 Mark zu rechnen, neben TV, die 800.000 Mark und Hörfunk, die zwischen 400.000 und 500.000 Mark beisteuern wollen. Voraussetzung für diesen Weg ist, "daß man ein Fragebogenumfeld schafft, in dem man die Tageszeitungs-Reichweiten valide und vernünftig abbilden kann" erklärte der neu gewählte Print-Vorstand Michael Walter.
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