ADC-Vorstand: HP Albrecht bleibt vorerst ausgeschlossen

Freitag, 06. Juli 2012
HP Albrecht machte sich beim ADC-Präsidium unbeliebt (Bild: Ziska Thalhammer)
HP Albrecht machte sich beim ADC-Präsidium unbeliebt (Bild: Ziska Thalhammer)

Endlich äußert sich der Art Directors Club für Deutschland offiziell zum Fall HP Albrecht. In einer Sektionssitzung für die Münchner ADC-Mitglieder wurden am Mittwochabend Gründe für den Ausschluss des Kreativen aus dem Präsidium genannt und darüber beraten, wie man weiter vorgeht.  Den Angaben zufolge hatte Albrecht innerhalb des Präsidiums für Unmut gesorgt, weil der ohne Rücksprache mit den Kollegen den DDB-CCO und Ex-ADC-Chef Amir Kassaei als Präsident des ADC of Europe vorgeschlagen hatte - und damit erfolgreich war. Der Ausschluss aus dem Präsidium erfolgte einstimmig und soll vorerst auch weiter gültig sein. Albrecht bedauert sein Vorgehen und darf und will bei der nächsten Vorstandswahl erneut kandidieren. Gleichzeitig bedauert der ADC die unbefriedigende Art und Weise, wie der Fall der Presse und den Mitgliedern kommuniziert wurde.

Der  Betroffene selbst gibt sich gegenüber Horizont.net gelassen und auch sonst möchte man die Sache schnell vom Tisch haben: "Wer eine rote Karte bekommt, fliegt vom Platz. So ist das im Sport und beim ADC. Eine lebenslange Sperre gibt es deshalb aber nicht. Erst recht nicht, wenn es sich um einen so verdienten ADCler wie Hans-Peter handelt", fasst das Münchner Club-Mitglied Norbert Herold zusammen.

Geleitet wurde die Sitzung zur Causa Albrecht von Mathias Jahn, ADC-Vorstand für den Bereich Werbung und im Hauptjob Kreativchef bei Heye in München. Er wird bis zur nächsten Vorstandswahl im herbst den Posten Albrechts kommissarisch übernehmen. Bei den Mitgliedern selbst wird das Sommertheater um ihren Vorstand offenbar nicht in Gänze ernst genommen. Auf der Facebook-Seite der ADC-Sektion München finden sich flapsige Kommentare, in denen neben Mathias Jahn auch der ADC-Geschäftsführer Stefan Preussler, der Vorstandssprecher Jochen Rädeker, das Vorstandsmitglied Britta Poetzsch und der Ex-ADC-Chef Amir Kassaei auf die Schippe genommen werden.

Das letzterer sich nach dem Statement vom ADC noch einmal zu Wort meldet, könnte gut sein. Der Kreative rasselt mit dem Club gerne mal aneinander, zuletzt lieferte er sich mit Vorstandssprecher Jochen Rädeker einen Streit darüber, ob im ADC of Europe künftig Einzelmitgliedschaften erlaubt sein sollen oder nicht. Am Ende des Sommertheaters stand vorerst die Versöhnung. jf
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