ADC: Präsidiumssprecher Jochen Rädeker hat keine Lust mehr

Donnerstag, 23. August 2012
Jochen Rädeker hört als ADC-Chef auf
Jochen Rädeker hört als ADC-Chef auf

Nach drei Jahren an der Spitze und insgesamt acht Jahren im Führungsgremium ist Schluss: Präsidiumssprecher Jochen Rädeker tritt nicht wieder für ein Spitzenamt im Art Directors Club für Deutschland (ADC) an. Er will sich in Zukunft auf den Ausbau seiner Agentur Strichpunkt und seine Professur an der Hochschule Konstanz konzentrieren, teilt das ADC-Büro mit. Mit den Turbulenzen der vergangenen Wochen habe die Entscheidung nichts zu tun, versichert der Kreativclub. Nach dem Rauswurf von Präsidiumsmitglied Hans-Peter Albrecht war es zu einer heftigen Kontroverse mit Rädeker-Vorgänger Amir Kassaei gekommen. Dieser hatte angekündigt, belastende Interna aus der Vergangenheit des Clubs zu veröffentlichen. Später hat man dann aber wohl einen Waffenstillstand geschlossen - zumindest vorläufig.

Der Grafikdesigner Rädeker war seit Herbst 2009 Sprecher des ADC-Vorstands beziehungsweise des Präsidiums. Er folgte seinerzeit auf Kassaei, der wegen einer internen Kontroverse zurückgetreten war. In die Amtszeit von Rädeker fällt der Umbau des Verbands. Auf der Basis einer für den ADC wenig schmeichelhaften Analyse eines Unternehmensberaters hatte sich der Kreativclub im vorigen Jahr eine neue Führungsstruktur gegeben und den operativ tätigen Vorstand in eine Art Aufsichtsrat (Präsidium) umgewandelt.

Das Tagesgeschäft wird seitdem vom Geschäftsführenden Vorstand Stefan Preussler geführt. Die langjährige Geschäftsführerin Susann Schronen hatte im Zuge des Umbaus den Verband verlassen. ADC-Manager Preussler betont, dass der Rückzug von Rädeker keinen Einfluss auf seine eigene Position habe: "Ich habe sehr gut mit Jochen Rädeker zusammengearbeitet und hoffe, dass ihm jemand nachfolgt, der das Amt mit ähnlicher Begeisterung ausübt wie er."

Wer das sein wird, steht erst im Herbst fest. Bei der Jahreshauptversammlung am 10. November wählen die ADC-Mitglieder aus dem Kreis des zwölfköpfigen Präsidiums ihren Sprecher. Die Wahlen, in denen die sechs Fachbereiche und sechs Sektionen ihren jeweiligen Vertreter im Präsidium bestimmen, finden derzeit statt. mam   
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