ADC: Amir Kassaei schmeißt als Sprecher hin

Mittwoch, 05. August 2009
Stellt sein Amt zur Verfügung: Amir Kassaei
Stellt sein Amt zur Verfügung: Amir Kassaei

Paukenschlag beim Art Directors Club: Amir Kassaei, Kreativchef von DDB und umstrittener Sprecher des Kreativclubs, stellt sein Amt zur Verfügung. Zur nächsten ADC-Versammlung im Herbst muss der Club einen neuen Vorsitzenden wählen.  Seine Vorstandskollegen hat Kassaei, so heißt es, per E-Mail von seinem Schritt informiert. "Ich hänge nicht an Posten", erklärt Kassaei gegenüber HORIZONT. "Ich bin mit einem klaren Programm angetreten und habe dafür das Mandat der Mitglieder erhalten." Innerhalb des Vorstands hätten sich in den vergangenen Monaten jedoch unterschiedliche Meinungen zu seiner strategischen Marschrichtung gebildet, daraus ziehe er die Konsequenzen. Derzeit läuft eine Ausschreibung über den Standort des nächsten ADC-Wettbewerbs. Der Kassaei-Rücktritt dürfte bei interessierten  Stadtpolitikern als auch potenziellen Sponsoren für Stirnrunzeln sorgen.

Während der vergangenen Monate sorgte Kassaei, glühender Fan von Boxlegende Muhammad Ali und selbst um keinen verbalen Schlagabtausch verlegen, für Diskussionsstoff innerhalb der Kreativszene - sei es mit seinem Vorwurf, Award-Kreation sei größtenteils realitätsferne Zombie-Kreation, Agenturen müssten „kreative Unternehmensberater" werden oder mit seinem Jahrhundervorhaben, das beispielsweise von HORIZONT jährlich erhobene Kreativranking durch einen Agenturindex abzulösen. Mit diesem Plan war er zuletzt beim Verband der Kommunikationsagenturen GWA auf Ablehnung gestoßen. vs
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