90elf: Digitalradio soll 2012 noch mehr Treffer landen

Donnerstag, 26. Januar 2012
Erwin Linnenbach geht mit einer guten Vorjahresbilanz ins neue Radiojahr
Erwin Linnenbach geht mit einer guten Vorjahresbilanz ins neue Radiojahr

Wachstum trotz schwieriger Strukturveränderungen: Dass das möglich ist, zeigt das Radiounternehmen Regiocast. Im Jahr 2011 ist der Gesamtumsatz aller Beteiligungen auf rund 220 Millionen Euro geklettert, das regionale Geschäft nahm um 2,5 Prozent, das nationale um 10,8 Prozent zu. Vor allem der digitale Fußballsender 90elf, der alle Spiele der 1. und 2. Fußball-Bundesliga und des DFB-Pokals sowie ausgewählte Spiele der Champions League live überträgt,  setzt neue Maßstäbe: Er wuchs erneut um 66 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 1 Million Euro - und verleiht der digitalen Entwicklung um DAB+ gleich etwas mehr Glanz. Auch die Reichweite von 90elf soll weiter steigen. In der Hinrunde der Fußball-Bundesliga habe man bereits 1,6 Millionen IP-basierte Hörerkontakte erzielt, in der Rückrunde peilt Christoph Kruse, Geschäftsführer Regiocast Digital, 1,9 Millionen Hörer pro Spieltag an. Ein großer Sprung: Zum Start des Fußballsenders im Sommer 2008 zählte man gerade einmal 160 000 Hörer. Diese vermehren sich scheinbar parallel zum Angebot: Nach und nach sicherte sich 90elf nicht nur die Live-Rechte an der Bundesliga, sondern auch die an DFB-, Champions- und Europapokal. Seit August ist der 24-Stunden-Kanal auch als DAB-Sender zu empfangen.

Eine neue App für Smartphones und Tablets soll 90elf spätestens zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison im August zum Durchbruch verhelfen. Das Angebot ist schon jetzt kostenpflichtig, für eine Saison zahlt der Hörer 2,99 Euro. 150 000 Mal wurde die App im Jahr 2011 heruntergeladen. „Man kann eigentlich vom ersten Pay-Radio-Modell Deutschlands sprechen", beschreibt Regiocast-Geschäftsführer Erwin Linnenbach. Unterstützung erhält der Sender künftig von der RMS. Der Hamburger Radiovermarkter kümmert sich seit Anfang 2012 um den nationalen Verkauf des Fußballsenders.

Im Bereich der technischen Distribution ist Regiocast mit der Tochterfirma Derutec durchgestartet. Zusammen mit dem Leipziger Telekommunikationsanbieter HL Komm bietet diese Modulationsleistungen an, mit denen Radiosender ein fertiges Sendesignal bis zum Sendenetzbetreiber transportieren können. Für die Branche gibt es dadurch erstmals eine Alternative zum Monopol des Sendenetzbetreibers Media Broadcast. Hinzu komme die vom Deutschen Bundestag gestrichene Änderung des Telekommunikationsgesetzes, die für Ende 2015 die Abschaltung des UKW-Radios vorgesehen hätte. „Das Monopol von Media Broadcast fällt, und wir freuen uns außerordentlich auf eine Liberalisierung des Sendernetzbetriebes", so Regiocast-Chef Linnenbach weiter. „Ab 2016 entsteht hier ein neuer Markt."

Positiv ist laut Linnenbach auch die Bilanz der Sender in Sachsen (PSR, Energy, R.SA). Der vor zwei Jahren übernommene „Sanierungsfall" Antenne Mecklenburg-Vorpommern soll 2012 schwarze Zahlen schreiben, ähnliches gelte für das hessische Radio Bob. kl
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