44-Milliarden-Dollar-Deal: Microsoft greift nach Yahoo

Freitag, 01. Februar 2008
Microsoft-Chef Ballmer will Google vom Thron stoßen
Microsoft-Chef Ballmer will Google vom Thron stoßen

Im ohnehin angeheizten Internetmarkt steht die nächste Mega-Übernahme unmittelbar bevor. Der US-Softwareriese Microsoft will den angeschlagenen Portal- und Suchanbieter Yahoo übernehmen. Eigenen Angaben zufolge bietet Microsoft 31 Dollar pro Aktie - das ist ein Aufschlag von 32 Prozent gegenüber dem Aktienkurs vom 31. Januar. Damit würde sich Microsoft den Zukauf insgesamt die Rekordsumme von 44.6 Milliarden US-Dollar kosten lassen.

"Wir haben sehr großen Respekt vor Yahoo", versucht Microsoft-CEO Steve Ballmer Fans und Mitarbeiter des traditionsreichen Portals zu beruhigen. Balmer hofft, dass Microsoft durch die Übernahme in der Lage sein wird, Verbrauchern, Medienhäusern und Werbungtreibenden deutlich bessere Angebote machen zu können. Zudem will Ballmer mit dem Zukauf dafür sorgen, dass sich Microsoft besser im Markt für Online Services positionieren kann.

Strategisch begründet wird die Übernahme aber vor allem auch mit dem wachsenden Online-Werbemarkt. Ein Markt, der sich nach Einschätzung von Microsoft bis 2010 auf 80 Milliarden Dollar verdoppeln wird, in dem Microsoft zuletzt aber deutlich hinter seinen Wettbewerber Google zurückgefallen war. Damit soll nun Schluss sein. Mit der Übernahme von Yahoo will Microsoft Google vom Thron stoßen. "Die Industrie wird davon profitieren, dass es mehr als einen großen Player geben wird", sagt Kevin Johnson, President der Platforms & Services Division bei Microsoft. Ziel sei es, Werbungtreibenden, Medienunternehmen und Konsumenten eine höhere Qualität und echte Auswahlmöglichkeiten zu bieten, so Johnson weiter.

Microsoft will den Großteil der Yahoo-Mitarbeiter offenbar weiter beschäftigen. Auch mit dem Yahoo-Management sei eine "enge Zusammenarbeit" geplant, lässt der Konzern wissen. Microsoft rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass die Übernahme noch im 2. Halbjahr 2008 über die Bühme geht.
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